19. Mai 2015                                                              23°C



Die Nacht war unruhig.
Gegen 21 Uhr klingelte das Zimmertelefon und jemand fragte nach Nancy. Ich hatte jedoch definitiv keine andere Frau bei mir, die ich wecken und ans Telefon schicken konnte.
Null Uhr wurde ich dann wach, weil meine innere Uhr in Aufruhr war und dann nochmal gegen 3,4 und 5 Uhr. 
Das Thema Schlaf war somit abgehakt und ich kochte erstmal Kaffee und tippte den ersten Tagesbericht in meinen Computer.
Ich mache sowas lieber sofort, dann fehlt am Ende nicht die Hälfte wegen Totalausfalles meines Gehirns. Ist ja schon manchmal lustig, was ich in meinen älteren Berichten alles so finde, was ich schon ewig abgehakt hatte. Müßte ich heute den 2010er Bericht schreiben, wäre er garantiert nicht so "miesgelaunt" und der gebuchte Flieger hätte mit Sicherheit abgehoben.



Als ich mein Auto später am Capitol in Olympia parkte, war es natürlich noch viel zu früh. Das Besucherzentrum hatte noch geschlossen und auch die Mitarbeiter des Regierungsgebäudes, die gerade eintrudelten, hatten nur eins im Kopf: Kaffee.
Vor dem Betreten der letzten Gebäude dieser Art

wurde ich immer durchleuchtet und befragt. Hier interessierte sich allerdings niemand für dein Erscheinen. Vermutlich lag es daran, daß es hier nicht so nobel zuging. Es war zwar hier genauso groß und marmorend wie in anderen Capitolsens, aber ansonsten war es eher einfach.


Keine Gemälde, keine offenstehenden Regierungsdebattenräume und keine Fahrstühle, in die man „versehentlich“ einsteigen könnte.
Meinen Capitolstempel hab ich trotzdem bekommen, nachdem ich irgendwie betröppelt reinschauend von einem umherstreifenden Aufseher aufgelesen und einer netten, furchtbar netten und zuvorkommenden, sich um Besucher kümmernden Dame an die Hand gegeben wurde. Sie führte mich zu einem leerstehenden Desk, in dessen Schublade besagtes Stempelchen verstaut war und als ob das nicht genügte, durfte ich mich auch noch im Gouverneursbüro umsehen.
Sicher nur, weil ich so weit gereist war und sie ein Einsehen hatte. Dort hingen auch die Gemälde der letzten 15 (?) Oberhäupter des Staates. Beim Blick auf das Bild des derzeitigen Gouverneurs hätte ich allerding gleich losgelacht. Ich mußte wieder an Osgood Fielding den 3. denken.
Damit hatte ich die Hauptstadt abgehakt, die auch sonst so leer war, wie die anderen Hauptstädte. Von DC mal abgesehen.





                                       Startseite: