5. Oktober 2015                                                                              12°C


Ich erspare Euch die Einzelheiten, aber ich verließ gegen 5 das Motel. Ich mußte dringend…
Hier in der Gegend um Denver gibt es keine 24/7-Walmarts sagte mir der nette Parkplatzaufräumer. Ich müßte bis 6 Uhr warten.
Warten???

Sach ma, weiß er denn nicht, daß ich… Nee, weiß er nicht.
Ok, dann fahr ich eben zum IHOP. Hab eh hunger. Und die haben meistens 24h geöffnet.
Leider nicht hier in Denver.

6 Uhr.
Könnte mir mal jemand verraten, wer gesagt hat, daß eine Stunde 60 Minuten hat? SECHZIG !!! 10 wären jetzt völlig ausreichend gewesen.



Die Pancakes waren ausgezeichnet.
Nur das Spiegelei war kalt. Kein Wunder, wenn man es auf vorgekühlte Teller legt.
Als ich dann zum Auto kam, war es mittlerweile hell draußen. Na immerhin.

Was stand heute auf dem Plan?

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An Tag 1 gibt es zur Eingewöhnung für mich immer mehr oder wenig viel Autofahrerei, um etwas runterzukommen. Deswegen stand das nächste Bett auch in Grand Junction. Knapp 400km weiter westlich.
Für zwischendurch wollte ich mir die Argo Mine ansehen, den Loveland Pass fahren und zum Hanging Lake wandern.





          



Leider mußte ich 2 Sachen streichen, weil die Highwayausfahrt Richtung Pass gesperrt war und ich den Pass hätte verkehrt herum fahren müssen und auch das Teilstück am Lake war gerade dabei, erneuert zu werden und man wurde auf die Gegenfahrbahn geleitet. Wobei Gegenfahrbahn nicht das richtige Wort ist. Der Highway bestand in dem Gebiet aus 2 voneinander getrennten Straßen. Höhenversetzt.

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Um zum Parkplatz des Hanging Lake zu gelangen, hätte ich irgendwo anhalten und auf die andere Fahrbahn klettern müssen. Aber wo stellt man auf einem Highway sein Fahrzeug ab? Rechte Spur oder Gegenfahrbahn?
11 Uhr und es waren noch 90km bis Grand Junction und nein, so hatte ich es mir NICHT vorgestellt.



Die I70 ist eines der am schönsten gelegenen Highways der USA und nicht nur hier in Colorado. Auch die Streckenführung in Utah bietet wahnsinnig schöne Ausblicke.
Hier in Colorado fährt man durch einige Canyons und immer/meistens am Colorado entlang, aber komischerweise hatte ich dafür keinen Blick übrig.



Mir tat der Rücken weh, der Nacken und alles andere auch, was da noch so dranhängt. Die Wanderung zum See wäre jetzt wirklich nötig gewesen, um meine Knochen, Gelenke und Sehnen wieder etwas auseinanderzufitzen. Aber was soll‘s. Fahre ich eben HEUTE schon zum Colorado NM.



Je weiter ich Richtung Westen kam, umso mehr zog es zu und dann fing es auch noch an zu regnen. Keine gute Voraussetzung, um sich rote Steine und Canyons anzusehen. Aber hatte ich eine Wahl?
13 Uhr checkte ich bereits im Super 8 ein und nachdem ich mir fix das Zimmer angesehen hatte, fuhr ich schnell noch zu Safeway, um zu tanken.
Den Gedanken verwarf ich aber schnell wieder, nachdem ich auf den Beifahrersitz blickend etwas vermisste.
Mein Portemonnaie.
Schrecksekunde.
Mist.
Jetzt darf ich zurück ins Motel und die 5 Meilen erneut fahren.

Da ich während der Fahrt innerlich ruhig blieb, wußte ich, daß die Börse nur im Zimmer sein konnte. Mein Bauchgefühl hat immer Recht. Und so war es auch. Ich hatte das Geld auf das Bett gelegt, weil ich noch Fotos machen wollte.
Vollgetankt ging es dann ohne Regen zum CNM. Es hingen zwar noch zig Wolken tief über dem Monument, aber vielleicht gibt es ja hübsche Fotos.




Ich blieb ca. anderthalb Stunden im Park. Holte mir meinen Stempel, wo es hätte eigentlich 2 geben sollen, fuhr noch 2 Aussichtspunkte ab, schoß 6-7 Fotos und fuhr mit einem Abstecher über den dortigen Campground zurück ins Motel.


Infotafel im Visitor Center des CNM über das Colorado Plateau



Wieso Campground?
Ich mag nicht nur amerikanische Betten, sondern auch die hiesigen Campingplätze. Sowas findet man nicht in Europa.


Wäre ich mit dem Zelt unterwegs und würde das Wetter mitspielen, hätte ich mich hier niedergelassen.
Hier hat man Platz. Die Aussicht war herrlich. Zumindest denke ich das, denn momentan fuhr ich durch tiefhängende Wolken. Und es war ruhig. Außerdem hat man hier immer eine Bank und eine Grillstelle, die man nutzen kann.
Den Sternenhimmel in der Nacht denken wir uns jetzt einfach mal dazu.
Ein Traum.





Zum Abendessen war ich zurück im Motel.
Heute gab es kalte Küche.
Und 18 Uhr war ich bereits im Bett.
Der Tag war anstrengend, obwohl ich außer Autofahren nichts weiter gemacht hatte. Morgen, so denke ich, wird alles besser.


Gefahrene Meilen: 345


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