10. Oktober


Der gestrige Tag forderte heute seinen Tribut. Erst 6 Uhr morgens wurden wir beiden wach und bräuchten heute eigentlich einen Ruhetag, doch leider ging das nicht. Wir hatten einen Plan zu erfüllen.
Und um zu Kräften zu kommen, gab es zum Frühstück kalte Pizza von gestern Abend. Hmm… Lecker
Laut google waren heute ca. 380km zu bewältigen und damit wir nicht wieder im Dunkeln am Motel eintrudeln, fahren wir jetzt besser los.
Ziel Nummer eins war das Fort Vancouver, ein alter Handels- und späterer Militärposten in Vancouver, Washington.


Eigentlich wollte ICH mich da gar nicht lange aufhalten. Nur fix     anhalten, Stempel holen, schnell über das Gelände latschen und weiter geht’s. Leider hat mir Frau P. da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anscheinend schien sie sich für Geschichte und Architektur zu interessieren, von dem sie mir aber bis dato nichts erzählt hatte. 

Aus dem „kurz mal eben“ wurde leider ein 90-Minuten-Geschichtskurs mit Suchrätsel.

Im Visitorcenter gab es nicht nur Stempel, sondern auch eine Karte zzgl. übereifriger älterer Dame, die uns nicht nur das Fort, sondern auch einige ausgediente Officiersunterkünfte ans Herz legte.

 



Letztere wollten wir uns mal eben kurz anschauen, bevor wir dann zum Fort gingen. 


Leider war der Kartenmaler am Tag der Kartenmalerei etwas verwirrt unterwegs, denn normalerweise habe ich mit solchen Orientierungshilfen keine Probleme. Hier haben wir aber jede Menge Zeit sinnlos vergeudet, weil die wichtigsten Häuschen nicht da standen, wo sie laut Karte sein sollten.





 

Irgendwann fanden wir aber das Marshall-House und haben es uns in 15 Minuten einverleibt.
Seinen Namen hat es von einem Kommandanten, der vor dem 2. Weltkrieg da lebte und im Fort seinen Mann stand.






Das Haus samt Interieur wurde später aufwändig restauriert, kann besichtigt werden und wurde sicher seit Fertigstellung nicht mehr gelüftet. Sicher würde das Holz der alten Möbel sonst austreiben, wenn man mal eben ein Fenster öffnen würde..





Das Fort war da schon interessanter.





Keine Ahnung wieso, aber kurz hinter der Palisade wollten die uns doch tatsächlich noch Geld für irgendwas abknöpfen. Wir haben uns aber still vorbeigeschlichen. Wollten schließlich nicht lange bleiben.


Das „witzigste“ an diesem Fort war übrigens der Gemüsegarten DAVOR. Die komplette Kavalerie verschanzte sich damals hinter hohen Mauern und die Frauen durften vor den Toren ihre Arbeit verrichten. Das sagt einem ja mal wieder alles.




In einem der nachgebauten Hütten war eine Schmiede untergebracht und 2 Schauschmieden konnte man bei der Arbeit zusehen. Nach dem ersten Foto wollte einer der beiden doch tatsächlich die Fotoerlaubnis sehen,

so habe ich es jedenfalls verstanden. Gott sei Dank wurden wir von einem Ranger, der eine Horde französischer Schüler im Schlepptau hatte, unterbrochen.




(Lazarett)



Wir verzogen uns.

Wer etwas über die Geschichte des Forts wissen will, sollte bei Wikipedia nachschlagen. Selbst eine Kurzfassung würde hier den Rahmen sprengen. Wie gesagt, ich wollte nur einen Stempel..