20. Mai 2015                                                              25°C



Es wird langsam zur Tradition, daß ich in der 2. Nacht mit Kopfschmerzen aufwache. Ich hasse Kopfschmerzen. Ich frage mich, was das immer soll und vor allem, was es verursacht?
Und weil ich eh grad wach war, hab ich mein Handy angeschaltet und gemerkt, daß sich niemand an meine Anweisung hielt, mich NICHT zwischen 6 und 15 Uhr dt. Zeit anzuschreiben.
Kaum hatte ich das Handy aufgeklappt…bling, bling, bling
„Bist du schon wach?“
„Wo bist du grad?“
„Gut angekommen?“
Man Leute!!! Könntet ihr vielleicht mal Rücksicht auf meinen Schlaf nehmen???

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Bis kurz nach 6 war ich immer mal wieder kurz wach, aber die Tablette half einigermaßen und jetzt sitze ich hier, es ist nach 7, und tippe diese Zeilen mit schon recht erholtem Kopf. Also nicht der Kopf tippte, weil das wäre nicht gut, um die Schmerzen loszuwerden, sondern 4 Finger tippten.
90 Minuten später saß ich bereits hinterm Lenkrad und nachdem ich, im Gegensatz zu gestern, erfolgreich bei Safeway getankt hatte, fuhr ich Richtung Süden und Vancouver entgegen.
                          

Nicht DAS Vancouver, sondern nur der kleine Ableger des großen Vancouver in Kanada.
Ich wollte nochmal zur Fort Vancouver NHS, weil mir noch einige Stempel fehlten. Das waren jetzt ganz schön viele Vancouvers in den paar Zeilen. Aber ich kann glaubhaft beschwören, daß es sich nur um EIN Vancouver handelt.



Unterwegs bekam ich Hunger und fragte Margret, ob hier auf der Strecke ein IHOP zu finden ist, was sie leider verneinte. Stattdessen führte sie mich zu Julie’s Cottage Kitchen, einem niedlichen kleinen Versammlungsort für Einheimische in Battle Ground.
Nach dem ersten Bissen von meinem Omelett wußte ich, daß dieser Laden in Deutschland keine Chance hätte. Das Essen sah zwar gut aus, aber von Salz und Pfeffer hatte die Mahlzeit vorher noch nie etwas gehört.

Das Besucherzentrum am Fort Vancouver war wegen Umbaus geschlossen und man wurde zum Pearson Flugmuseum verwiesen und da wollte ich sowieso hin.
Allerdings hatte ich es mir größer vorgestellt.







Alles in allem war es eine Halle von der Größe eines Handballfeldes und darin standen oder hingen 6 oder 7 alte Kleinflugzeuge aus dem letzten Jahrhundert. Nix, was mich als Flugzeugbegeisterte jetzt vom Hocker gehauen hätte. Aber für lau...
Später war ich noch einmal im Marshall House auf/in der Officers Row, in dem dieses Jahr die Luft eindeutig besser war, als noch 2012.

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Auf meiner heutigen Route, vorbei am Kap Hoorn Cape Horn und an der Nordseite des Columbia Rivers, stoppte ich auch am Bonneville Staudamm und Wasserkraftwerk. Und das gleich zweimal.



Während man sich im nördlichen Teil mehr das Technische ansehen kann, ist es im südlichen Teil eher das Visuelle. Also Fische und Wasser sprudeln gucken. Ich fand es nicht uninteressant.

Hier sah ich auch, daß es DOCH schon Zeit für die Rosenblüte war und ich morgen in Portland zum Rose Test Garden fahren kann.

Die Zufahrt zu beiden Teilen des Kraftwerkes wird übrigens von Sicherheitsposten der Army blockiert und man wird gefragt, ob man Waffen mitführt und ob man mal eben einen Blick in den Kofferraum gewährt. 






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Etwas südlich des Damms kann man noch Lachsen, oder waren's Forellen? beim Wachsen zusehen, aber entweder war ich zu früh oder zu spät im Jahr hier. Nur eins der Becken war voller Fische.
Dafür gab es mal wieder Schulklassenaufläufe...





Die nächsten Stunden beschäftige ich mich mit Schleim.
Also Schleimbilder machen.
In vielen Foren streiten sich ja die Geister, welche Wasserfallbilder nun schöner bzw. ansprechender aussehen. Die naturbelassenen oder die weichgezeichneten.
Ich steh auf letztere und davon durfte ich die nächsten km einige schießen. Hätte ja nicht gedacht, daß es so simpel sein kann.
Es gibt sogar eine Handy-App dafür. Handy hinstellen/anlehnen, fokussieren, Belichtungsdauer einstellen und Knäbbl drigg’n. Man kann der Bildentstehung sogar zusehen. Genial.



Der berühmteste Wasserfall der Gegend ist ja der Multnomah Fall, aber ehrlich? Mir ist es da zu voll und zu laut.



Erstens der Autolärm, dann fuhren während meines Besuches gleich 2 gefühlt 5km lange tutende Züge vorbei und drittens: Massen an Menschen und alle, ok, die meisten taten nur eine Sache: sich über whatsapp, facebook oder twitter auszutauschen, wo sie gerade waren und was sie machten.
Es war furchtbar !!!



Der erste Wasserfall, den man von Osten kommend, als erstes wahrnimmt, ist der Horsetail Fall. Und später sieht man noch den Wahkeena und wenn man sich Mühe gibt, den Latourell Fall und alle diese 3 Wasserfälle sind in meinen Augen weitaus schöner, sehenswerter und vor allem, nicht so überlaufen, wie der Berühmteste der Strecke.



Zu letzterem muß man ein paar Meter bergab laufen, aber er ist jeden cm wert !!!





Seitlich des Wasserfalles haben Touristen einen kleinen Trampelpfad getrampelt, so daß man bis direkt an den Fall herangehen kann. Nur ausrutschen sollte man nicht, denn die Geschwindigkeit, mit der das Wasser unten aufkommt…spielt keine Rolle. Eher das Gewicht des ganzen Wassers.



Es würde einem den Kopf vom Stengel hauen, noch ehe man pieps sagen konnte. Aber wer sagt schon pieps. Eher "aua".
Allerdings hat man durch danebenstehende Personen einen schönen Größenvergleich.

Insgesamt war ich 3 Stunden auf der #30 unterwegs.
Jetzt war es halb 5 und mein Kopf meinte, es wäre gut für heute.


Rotseitige Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis parietalis)


Ein letzter Tagesordnungspunkt noch und dann ging es nach Gresham in ein Super 8.
Das Vista Haus hatten wir 2012 irgendwie verpasst. Oder es lag am Zeitdruck, den wir hatten. Ich hatte mich immer gefragt, wieso immer nur die anderen daran vorbeikamen und nicht wir?
Heute weiß ich es. Man hätte nach links abbiegen müssen.
Heute hatte ich Zeit und bog nach links ab.







Die Aussicht von da oben hat im ersten Moment was von Mittelrheintal. Nur breiter und weniger kurvig und die Schifffahrt ist weniger. Der Rest ist identisch.





Kann man mal kurz halten. War man noch nie im Rheintal, kann der Halt auch etwas länger ausfallen, weil man ja sowas noch nieeeeeee  gesehen hat.


Der Rest des Tages bestand aus Safeway, essen, Bilder und Filme sichern und schlafen.


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