2.+3.Oktober                                                                   

Je länger ich auf die Karte stierte, umso trostloser wurde es. Alles, was hier in der Nähe vermutlich sehenswert war, waren die San Bernardino Mountains und ein paar Seen. So richtig Interesse hatte ich daran keins, aber was sollte ich machen? Die kommende Nacht würde ich in Victorville verbringen und den Tag darauf kehrte ich zur geplanten Route auf die 395 zurück, um mir eine Ghosttown und einen State Park mit roten Steinen anzusehen. 


                       die weißen Flecken im Hintergrund sind Trucks auf dem Hwy 15


Irgendwie hatte ich auf das alles Lust wie auf Zahnweh. Aber auch ohne den Regierungsmist hätte ich durch das Stückchen Land gemußt. Nur hätte ich im Hinterkopf immer noch etwas, worauf ich mich freuen konnte. Später wollte ich noch in den Yosemite und zum Devils Postpile, was die langweilige Fahrt sicher etwas freundlicher gestaltet hätte. Aber so war ich unterwegs mit mieser Laune und mit null Ahnung, was die nächsten Tage bringen würden.

Die Nachrichten am nächsten Morgen berichteten das gleiche, womit sie gestern geendet waren. Keine Änderung der Lage erwartet.
Das Schlimme an mieser Laune und Desinteresse an der Landschaft sieht man später übrigens an den Fotos. Wenn es denn welche gibt.


                                            Smog über San Bernardino Richtung L.A. und dem Pazifik

Man knipst, weil man es muß. Aber der See hier oben in den Bergen war eben nur ein See. Und die Bäume waren nur Bäume. Jede Ortschaft sah gleich aus und ich war schneller am Motel, als mir lieb war.
Menno, wie gern wäre ich jetzt zwischen den Joshua Trees rumgestrolcht und hätte Eidechsen geknipst. Aber nööö. Es war nur ein See und die Sonne kam auch aus der falschen Richtung. Es war alles Mist.




                                                      Big Bear Lake - Karte

Aus dem schwarzen Dienstag war ein schwarzer Mittwoch geworden, der wie der gestrige Tag mit CNN endete und auch der Donnerstag brachte nichts Neues.
Als ich in Barstow war, hab ich aus Jux an einem der Behördenstellen gehalten, um mir ein Bild zu verschaffen. Aber alles, was man sah, waren weiße A4 Zettel mit einem Text, den man sich nicht auf den Arm tätowieren lassen möchte:


Nach dem Frühstück fuhr ich zur Rainbow Rock Area aber da sah es gar nicht nach Regenbogen aus. Ein bisschen rosa, ein bisschen gelb und grau und ab und an ein leichtes blassgrün. Nichts, weswegen man noch einmal hierher fahren müßte. 





Vor Ridgecrest gab es noch eine Ghosttown, die meine Laune nur noch verschlechterte und den Rest gab mir der Red Rock Canyon State Park, der nicht mit dem in der Nähe Las Vegas‘ verwechselt werden darf.

  




Es gibt 2 von der Sorte, wobei der hier der hässlichere der beiden ist. Wenn ich es beschreiben müßte, würde ich sagen: gigantische Kleckerburgen für 1000. Ääähm…6$.


Saisonende ist hier übrigens am 2. Oktober. Und da heute der 3. ist, war auch dieses Besucherzentrum geschlossen.


20 Briefmarken und weit und breit nicht eine Ansichtskarte. Toll.
Der krönende Abschluß des Tages war dann allerdings die klappernde Heizung im Zimmer des Motel 6. Oder sollte ich dumpfes Vibrieren schreiben? Es war jedenfalls etwas, wobei ich nachts kein Auge zubekommen hätte.
Auch der hauseigene Klempner konnte nichts ausrichten und so zog ich von Zimmer 101 in Zimmer 132. Ist eh wurscht. Hier ist ein Zimmer wie das andere. Und auch die News und Debatten auf CNN erinnerten mich an den Film der in Punxsutawney spielt und in dem es nicht nur um ein Murmeltier geht.
Morgen war der 4. Oktober und endlich gab es einen kleinen Lichtblick, was die weitere Urlaubsplanung anbelangt. Es würde morgen etwas zum Gucken, anfassen, klettern und knipsen geben und ich freute mich darauf.


Motel 6, Victorville, CA






gefahrene Meilen: 358