11. Oktober


Als wir heute Morgen das Zimmer verließen, blies es uns eiskalt entgegen. Man hätte meinen können, es war Herbst.
Trotzdem versprach der blaue Himmel wieder einen schönen Tag. Wettertechnisch gesehen. Alles andere würde sich zeigen.
Das Frühstück gab es ausnahmsweise mal im Motelspeiseraum. Für ein Days Inn hatten sie ganz schön aufgefahren.
Man konnte Waffeln selber machen, es gab frische Brötchen, Obst und Rührei und Bratkartoffeln. Nicht schlecht für den Anfang.     


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Bei meiner Suche nach Sehenswürdigkeiten, landete ich auch auf einer Seite, die sich mit Scenic Routes beschäftigt. Da es auch heute wieder weit werden würde, wollte ich die Fahrerei so angenehm wie möglich gestalten und wählte daher einen Umweg über den Cascade Lakes Scenic Byway, der südlich von Bend durch hoffentlich reizende Gegend verlief.

Und ein bisschen Abwechslung konnten wir beiden gebrauchen. Immer nur Wald macht mürbe.
Es dauerte allerdings mal wieder, Dank Margret, eine halbe Ewigkeit, bis wir auf besagter Route waren. Naja, sie kann halt nicht alles kennen..

Die Straße verläuft erst westwärts, nördlich des Mt. Bacholer entlang und knickt wenig später Richtung Süden ab, wo man, lt. unserer Karte, an dutzenden Seen vorbeikommt.

Außer uns war niemand unterwegs.
Vermutlich ist hier nur im Sommer was los und im Winter, wenn die Skisaison beginnt. Hätten wir jetzt eine Reifenpanne, wäre ein Zelt und Proviant für eine Woche sicher nicht schlecht.



Am Elk Lake legten wir eine kurze Pause ein. Hier war es wirklich bezaubernd. Totenstill. Eiskalt. Menschenleer. Und ein Ausblick… Wunderschön.



Die restlichen 60km des Byways waren etwas nervenaufreibend, denn nichts war so, wie es auf der Karte eingezeichnet war. Seen, die da sein müssten, fehlten, Seen, die da waren, waren nicht auf der Karte und Margret kannte keines von beiden.



Dazu kam Frau P, die mich durch ihr Deuten der Straßenkarte im Maßstab 1:500.000 ebenfalls verrückt machte. Selbst wenn wir einen netten Ausguck gefunden hätten, wäre ich daran vorbeigefahren. Wenn es nicht eindeutig ausgeschildert ist, ist es nicht da. Und nicht: „ja, aber laut Karte müßte hier…und wenn du die nächste links und dann rechts… oder wenn wir Stückchen zurück und dann…!“
Ich hab sie reden lassen und gab Margret den Befehl:
„Crater Lake National Park“
Kaum hatte sich die eine beruhigt, fing die andere an zu spinnen und ließ mich einfach an der Zufahrt zum Park vorbeifahren.
Wenden war nicht möglich und so fuhren wir weiter bis zum Scenic View des Diamond Lake.



Wäre da nicht gerade eine deutsche Schulklasse mit Lärmen beschäftigt, wäre es der perfekte Picknickort. Man hat vom See zwar nicht viel gesehen, aber wenigstens das Wetter war toll. Es war sicher um die 25° im Schatten. Und wieder diese Stille die ich an den entlegenen Gebieten der USA so schätze.
Kein Fluglärm, keine Bahn, keine Autos, kein Wind oder sonstige Geräusche,
die man hier in Dt. andauernd hat. Bei uns brummt es doch ständig irgendwo.