21. Mai 2015         Wetter wie gestern, später leichter



Ich hab geschlafen wie ein Stein.
8 Stunden traumlos, ohne was vom nahen Stadtverkehr mitzubekommen. Auch meine Kopfschmerzen haben sich komplett aufgelöst. So muß das sein.
Nur daß es erst kurz nach 4 war.
Dann schreibe ich eben erstmal Tagesbericht von gestern.
Während der Planung hatte ich einen Tag über. Sollte ich ihn für die Küste nehmen oder lieber zu Beginn und mir eine Stadt ansehen?
12 Stunden später weiß ich, daß ich die falsche Entscheidung getroffen hatte. Portland bekommt die Note 4-
Wieso? Naja, es ist halt einfach nur eine amerikanische Großstadt ohne spezielle Highlights, die man gesehen haben muß.
Aber ich fange von vorn an.
Margret hatte 5 Ziele einprogrammiert:
The Grotto.



X


Fazit: Zeitbedarf für Gotteskinder 30 Minuten. Ich war in 10 Minuten durch.
Das Interessanteste war noch der Fahrstuhl in den Himmel.

   






Rose Test Garden.   

   

 

Fazit: Viele Rosen, viele, viele, viele schreiende Kinder mehrerer Schulklassen, ein Presslufthammer und Millionen Besucher aus der ganzen Welt die nur ein Wort kannten und es deshalb pausenlos vor sich herbeteten: juuuudsch (huge).
Noch ein Wort zu den Blümchen.





Die meisten davon konnten nur wirkliche Experten auseinander halten. Schwarze Rosen oder grüne hatten sie keine. Ich finde, die Rosenzucht geht in Richtung groß, rund und je mehr Blütenblätter, umso besser. Eine Rose, so wie ICH sie mir vorstelle, gab es hingegen nicht oder sie war noch nicht aufgeblüht.





Vorherrschende Farbe ist Pink. Ich stehe allerding eher auf die butterfarbenen. Sie haben etwas Edles.
Eintritt wird hier keiner verlangt.




Japanischer Garten.
Eintritt 9,50$
Ja, ich habe das Geld bezahlt, auch wo gerade der Dollarkurs total besch… ist.
Meine Meinung zum Garten: die 9,50$ sind gerechtfertigt, da man sah, daß hier unermüdlich und mit viel Personal gearbeitet wurde.



Einer der Bäume wurde gerade genau nach Anweisung eines japanischen Baumschnittgurus verschnitten. Er stand vor dem Bäumchen, daß ca. 3m hoch war, schaute, ging ein Stück, schaute wieder und klopfte dann mit einer langen Stange an den Ast, der abgesägt werden mußte. Er sagte die ganze Zeit kein Wort. Nur gucken und auf einen Ast klopfen.





Was mich noch mehr beeindruckte, als die Rosen vorhin? Diese riesigen Azaleenbüsche. Es sind teilweise kleine Bäume oder riesige Hecken und alle blühen. Genau wie die Rhododendren. Seit ich Seattle verlassen habe, sehe ich nur Rhododendren und das in allen Farben und Größen. Und in Washington war es der Ginster, der überall gelb strahlte. Egal, ob in Wohngebieten oder entlang des Highways. Es war toll anzusehen.
Ja, ich bin eine mit dem grünen Daumen. Dafür kann ich mit Tieren nicht.





Hab ich schon erwähnt, daß ich heute einen Kolibri gesehen hab?
Ansonsten sah man im japanischen Garten, was man halt so in einem japanischen Garten so sieht. Bambushütten, Brücken und Koi’s.
Und beim Verlassen des kleinen Parks wurden gerade neue japanische Touristen angekarrt.





Und das ist in meinen Augen unverständlich. Das ist, als würde ich in den Staaten in ein deutsches Restaurant gehen und Eisbein essen.
Fazit zum Garten: kann man. Wobei man in der Hochsaison sicher vor Touristenmassen kein Bambuszweiglein sehen wird.





Ziel Nummer 4 war Downtown und davor bammelte es mir am meisten. Margret hatte nur einige Parkplätze einprogrammiert bekommen, jedoch hatte ich keinen Stadtplan und wußte nicht, wo was zu sehen ist.
Die Fahrt in die Stadt war ok. Aber da angekommen, war es nur noch ein Albtraum.
Ganz Downtown war dicht. Kein Parkplatz weit und breit. Es gibt dort Millionen von Stellflächen und Ganztagsparkzonen und Parkhäuser und alle waren „full“. Dazu kam, daß jede Straße eine Einbahnstraße war. Ich kurvte sicher eine Stunde umher, bis ich endlich auf der Washington Street ein freies Parkhaus fand, daß 3$ die Stunde oder 12,50$ für den ganzen Tag nahm.
Gesalzen.
Aber was sollte ich machen?
Im 10. Stock, direkt am Fahrstuhl fand ich endlich ein freies Plätzchen.
Das Visitorcenter mußte ich allerding danach genauso mühsam suchen, wie den Parkplatz.



An irgendeiner Kreuzung sah ich dann ein Schild, das nach links verwies.
Gefunden hab ich das Zentrum dann auf dem Unionsquare mittig und zwar unterirdisch.
Und das ist in meinen Augen KOMPLETT fehlgeplant.
Fährt man nämlich nach Schildern, findet man es NIE, da man es von der Straße gar nicht sehen kann und genau das sagte ich dann auch der Lady, die mir einen Stadtplan überreichte. Man benötigt ein Besucherzentrum, um das Besucherzentrum zu finden.
Was wollte ich hier in Portland sehen?





Erstmal die Food Carts, dann ein bisschen Altstadt und ein klein wenig weniger Bettler.
Was hier so rumlief, war furchtbar.
Eigentlich liefen sie nicht. Sie saßen oder krochen oder schliefen oder musizierten falsch. Dicke Minuspunkte.


Das mit den Food Carts war hingegen toll. Wenn man genügend Kleingeld besaß, konnte man hier essen, bis man platzt. Hier gab es alles. Von asiatischer über südamerikanischer bis hin zu ein klein wenig europäischer Küche. Afrika war auch vertreten.
Aus welcher Ecke der Welt meine Wahl dann kam, weiß ich nicht. Es war jedenfalls lecker, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Schnitzelspinatwrap an Romanasalat. 7$ und ich war pappesatt.

Bis zur Altstadt kam ich dann hingegen nicht mehr. Jedenfalls nicht richtig. Auf halber Strecke, da wo sich Scientologen und Penner auf der Straße begegneten, bin ich umgekehrt. Grausliche Gegend.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht ein Foto von der Stadt


gemacht und hatte es eigentlich auch nicht vor, aber so ganz bilderlos wollte ich den Bericht dann DOCH nicht lassen. Also knipste ich vier fünf Schnappschüsse und lief zum Auto zurück.
Parken 6$. Fazit zur Stadt: och nööö


Ziel Nummer 5: einen dieser berühmten Wochenmärkte besuchen.
Also sowas wie in Rom oder wie er in Seattle zu finden ist.
Dachte ich.
Als ich am Markt ankam, sah ich, daß da 10 Stände der Einheimischen aufgebaut waren. 2 mal Gemüse und 8 mal was zu essen.
Danke für’s Gespräch. Kein Foto.
Es war 16 Uhr.

Auf dem Weg ins Motel gab es noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Flugplatz, auf dem doch reger Verkehr herrschte. Leider konnte ich dem Hubschraubertrainingslager und dem Starten und Landen von Cessnas nicht zusehen, weil es keine Möglichkeit gab, irgendwo ungestört zu parken. Wäre sicher interessant geworden. Keine Fotos.
Fazit zum Tag: abhaken


                                      Startseite: