Unterwegs hielt ich, weil mein Magen knurrte, am Whiteway-Grill, in dem nur einheimische saßen und eine Sprache sprachen, die ich nicht verstand. Ich war mir sicher, in Tennessee zu sein, aber ich hatte so meine Mühe, eine anständige Bestellung aufzugeben. Ich laß die Worte direkt von der Speisekarte ab: grilled Chicken Breast Sandwich and a house salad and a orange Juice.

 


Die ältere Dame schaute mich an, als käme ich vom Mars und wiederholte meine Bestellung in ihrer Sprache und fragte mich dann noch Sachen, worauf ich antwortet: all what you will. I don’t speak your language.
Sie: yääääs, iiits cooountryyyyyiiii stääääiiiil heeeeree in tennnnnnesseeeee.
Für mich klang es wie betrunkenes Oxfortenglisch. Grauslich.
Das Essen war dann allerdings eher 0815. Aber was will man schon erwarten, wenn auf der Karte Preise stehen, die noch aus dem letzten Jahrhundert stammen und alle hier arbeitenden Mitarbeiter jenseits der 80 sind.

  


Bis zum Motel fuhr ich dann auf dem weltbekannten Blue Ridge Parkway entlang. Eine Straße, die in schöne Landschaft gebaut wurde. Höchstgeschwindigkeit ist hier 45mph (80kmh), was manchmal ganz schön schnell auf der kurvigen Strecke ist.


Diese All-American-Road ist 755km lang und ich fahre sie auch die nächsten Tage immer mal wieder entlang. Hauptsächlich, weil sie ua von der Nationalparkbehörde verwaltet wird und ich so meine Stempelsammlung erweitern kann.
Ab und an gibt’s auch mal etwas anderes, als Straße und blaue Aussichten zu sehen, wie hier die Linville Falls in der Nähe des Grandfather Mountains.






Letzterer kostet übrigens 20$ „Eintritt“, obwohl man einfach nur einen Berg hochfährt, dessen Hauptattraktion die Swinging Bridge ist. „Leider“ war heute der Wind, der sie zum Schwingen bringt, nicht in Swinginglaune. Nix swingte. Dafür schrie mal wieder ein Kleinkind wie am Spieß, was die Eltern in keinster Weise juckte.

     


Vor der Brücke ließ ich mich von einem Japaner knipsen, der es endlich mal raffte, wie man Menschen und Hintergründe in Szene setzt und während der Rückfahrt sackte ich noch 2 Stempel ein. Hätte ich nicht jemandem das Brückenfoto versprochen, hätte ich sicher keine 20$ investiert. Ich finde den Preis mehr als unverschämt.

 


Auf den weiteren Meilen kam ich noch am Linn Cove Viaduct vorbei, bei dem mir der Ranger aber davon abriet, den Trail bis zur Aussicht zu gehen, weil ein Gewitter nahte. Es gibt also keine Fotos.

Auch vom Cone Manor gibt es keine Fotos, weil ich stink sauer über die Arbeitsmoral der Leute hier war. Öffnungszeiten 9-5. Ich bog 16:45Uhr auf den Parkplatz und mir kam ein Rangerauto entgegen. Und genau dieser Ranger mußte ausgerechnet heute eher Feierabend machen. Kein Wunder, wenn es ständig Shutdowns gibt, wenn die Leute hier arbeiten, wie sie wollen. 




Das Motel für heute war ein Super 8. Außen hui, innen … hatte es die beste Zeit schon hinter sich.
Die Tür quietschte, das Bett schaukelte, als befinde ich mich auf offener See, der Kühlschrank gab komische Laute von sich und vor dem Fenster standen mal wieder Klimaanlagengeräte rum, die so laut waren, daß ich nur bei geschlossenem Fenster schlafen konnte.

Klar hätte ich das Zimmer wechseln können, aber die eine Nacht wird’s schon gehen und wer weiß, was mich woanders erwartet.

  

     



gefahrene Meilen:  209,1