8. Oktober 2015                                                                               25°C 

 

Neuer Tag, neues Glück, neues Wetter?
Mitnichten.
Der Tag fängt an, wie der gestrige aufgehört hat. Wie langweilig. Ständig nur blauer Himmel und Sonnenschein.
Und damit diese Regelmäßigkeit nicht einreißt, hab ich heute das Frühstück ausfallen lassen. Hier in Evanston gibt’s nämlich kein IHOP.  Da ich fast nur am Steuer des Autos sitze, sind diese Kalorienbomben eh nicht gut für mich. Ich muß noch irgendwo eine Banane und Weintrauben haben.
Ich war nur einen Tag in Wyoming und habe festgestellt, daß besonders hier am südlichen Ende es ein Bundesstaat für Leute mit Burn Out Syndrom ist. Man kann hier gar nicht anders, als runterkommen. Ich will damit jetzt nicht sagen, daß es sterbens langweilig ist, aber in Stress und Hektik verfällt man hier nicht. Zumindest nicht auf Durchreise. Ich werde diesen Staat mal jemandem vorschlagen…


Bis zum Tagesziel Nummer eins vergingen ein paar Minuten und … ja und was? Nix und. Highway 80, immer geradeaus, rechts und links Berge und rote Steine, dutzende Trucks und meine Gedanken kreisten um nichts. Das ist Urlaub.

Und das kann man nur so erleben, wenn man in Ländern unterwegs ist, die Fahrzeuge mit Tempomat vermieten. Man sitzt hinter dem Lenkrad wie zuhause auf der Couch. Nix schalten, nix Gas geben, nix bremsen, kaum lenken. Einfach nur treiben lassen und gucken.
Und wenn man Hunger hat, fährt man einfach die nächst beste Ausfahrt runter.

Verhungert ist hier die letzten Jahrzehnte noch keiner.
X

Golden Spike NHS.



Das ist der Ort, der mir von meiner ersten USA-Reise am meisten im Gedächtnis blieb und es ist der Ort, weswegen ich South Dakota und Kansas für diese Tour gecancelt hatte. Diese beiden Züge und die Geschichte drumherum sind nun nix weltbewegendes, außer man steht auf amerikanische Geschichte. Es ist eher was Sentimentales.





Ein Ort schöner Erinnerungen, wenn man so will. Wobei 2004 auch nix besonderes vorgefallen war.

Damals war ich mit einer miesen Billigfilmkamera unterwegs und von der ganzen 3wöchigen Reise sind kaum 20/30 Fotos in Papierform übrig, die auch noch fast alle verschwommen und matschig aussehen. Von diesen Zügen existiert kein Foto. Ich hatte also keine Wahl, als noch einmal hierher zu fahren.
Der Zugbewacher, der sich als Inschenör bezeichnete, bat mich, bis 13 Uhr hier zu bleiben,

da es dann diese kleine „Vorstellung“ mit den Zügen gab. Es würde gezeigt werden, wie die beiden Trassen verbunden wurden und die Händeschüttelei usw.



Aber da es erst 11.30Uhr war, konnte und wollte ich nicht warten. Dafür war mein Tagesplan zu eng gesteckt und was sollte ich die restlichen 90min hier auch machen? Schienen knipsen?





Ich könnte ja noch etwas zu dieser Historic Site erzählen, denn ich vermute mal, daß die wenigsten wissen, worum es sich bei diesem Ort handelt.
An diesem Punkt wurde die erste transkontinentale Eisenbahnstrecke vollendet, die von den beiden Eisenbahngesellschaften Union Pacific und Central Pacific gebaut wurden.

     

Besagter "Golden Spike" (goldener Nagel), der am Tag der Schienenzusammenführung vom Chef der Central Pacific Leland Stanford mitgebracht wurde, wurde allerdings nie benutzt. Er hatte nur symbolischen Charakter. Leland Stanford war der Gründer der Stanford Universtät. Dort kann man sich auch den original Golden Spike anschauen.


                                             Startseite: