Ansonsten war für heute nicht viel geplant. Einfach nur nach Süden fahren und gucken, was so auf dem Wege liegt.

Apropo „liegt“:
Da lag tatsächlich etwas. Und zwar im Humboldt Redwoods State Park.



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Am besten, man nimmt kurz nach dem Parkeingang die Avenue of the Giants. Die Gigantenprachtstraße. (#256). Sie ist eine Parallelstraße der 101, aber eher

ruhiger zu befahren, weil für Touristen angelegt. Vermute ich einfach mal.

Jedenfalls kommt man nach ein paar Meilen zu einem Gebiet, welches Founders Grove genannt wird.





Wörtlich übersetzt heißt es so viel wie „gestürztes Wäldchen“. Im Grunde befindet man sich hier in einem Waldstück, in dem recht viele der Baumriesen umgefallen und so den Elementen preisgegeben sind. Wir fanden es da sehr interessant, da man dort einen besonderen Eindruck von der Größe der Bäume bekommen konnte.





Nicht nur die Stämme sind riesig, auch die Wurzeln. Im Gegensatz zu europäischen Nadelgehölzen, die eine lange Wurzel haben, gehen diese hier mehr in die Breite, wie bei Laubbäumen. Man muß also staunen, daß die Bäume trotzdem so hoch hinaus wachsen und nicht bei jedem Windstoß umgepustet werden.



Wir haben uns dort eine halbe Ewigkeit aufgehalten und geknipst, was das Zeug hielt. Wer weiß schon, wann wir wieder hierher kommen?

Ich weiß nicht, woran es lag, aber die nächsten Kilometer wurde ich immer müder. Das lag sicher an dem ganzen Sauerstoff, den ich die letzten Stunden abbekommen hatte. Ich konnte kaum noch geradeaus gucken und gähnte mir ständig einen ab.
Ich beschloß deshalb, bei der nächst besten Gelegenheit das Auto zu parken und mir eine Mütze voll Schlaf zu gönnen.  Es ging wirklich nicht mehr. Und das um 13 Uhr in der Mittagszeit.
Als Schlafstatt hatte ich mir den Parkplatz vor dem One Log House in Garberville ausgesucht und schickte Frau P etwas spazieren. 


Nach 30 min war ich wieder soweit hergerichtet, daß es weitergehen konnte. Ich gönnte mir einen Cappuccino to go, den ich mir im Big Foot Store holte und erkundigte mich gleichzeitig nach dem „wie und wo“ des Baumhauses.
Die nette Dame an der Kasse meinte: „sie bekommen von mir einen Zugangscode, gehen zum Baumhaus, werfen 1$ pro Person in die Box, geben den Code an der Tür ein und können sich alles ansehen“.

Das Problem an dem Satz war nur, daß ich zwar alles verstanden, aber nicht begriffen hatte.
Wieso?
Naja, wieso sollte ich erst den Zugangscode bekommen und später dann an der Tür das Geld einwerfen? Ich zückte jedenfalls 2$ und wollte sie der Dame geben, diese wiederholte wiederum die Anweisungen und sagte, ich soll an der Tür bezahlen.
Ok, dachte ich. Lasse ich mich überraschen.
Und tatsächlich war es so, wie ich vermutet hatte: sie gingen doch tatsächlich von der Ehrlichkeit der Menschen aus, denn direkt vor der Eingangstür, für die ich den Code brauchte, stand eine Box, in die man das Geld werfen sollte. Das Dumme war nur: wenn ich nichts einwerfe, funktioniert der Code trotzdem. Es handelte sich also nur um eine Art Spendenbox.

Sie hätten mehr davon, wenn sie den Code nur gegen Bares rausrücken würden..

Das Innenleben des Baumstammes war schon etwas betagt und altbacken. Die Länge des Stammes war in 3 Sektionen unterteilt. Ein Wohn-, ein Eß- und ein Schlafzimmer. Für 2 Personen war es durchaus groß genug, aber auf Dauer..? Interessant war es allemal.

  


Die nächsten 50km gab es nichts weiter zu sehen, als Wald und viele Kurven. Nach 2 Tagen Baumriesen waren wir zwar immer noch von deren Größe angetan, haben aber nicht mehr an jedem Schild oder Weg angehalten. Jetzt war es wieder Zeit für etwas Abwechslung.
Wir wollten ans Meer.