9. Oktober 2015                                                                            20°C

 

Manchmal frage ich mich, wie es Leute schaffen, nach Monaten einen Bericht zu schreiben. Ich hab ja 24h später schon Probleme, mich an alles (relevante) zu erinnern.
Wo war ich gestern Morgen? Hab ich auswärts gefrühstückt? Was waren meine Ziele? War etwas vorgefallen, was erwähnenswert wäre?
Ah…jetzt weiß ich wieder. Ich war bei dennys frühstücken, was allerdings nicht geplant war. Ich wollte eigentlich zu IHOP, aber da die erste Tankstelle meinen Zip-Code nicht akzeptiert hatte, mußte ich woanders frühstücken.
Klingt seltsam?
Jep, det is oh so jeplant.
An Tankstelle 2 war ein dennys und ich hab spontan umdisponiert. Und so eine Autokorrektur wie am Smartphone wäre für word auch ne feine Sache. Dort ist es ja praktisch egal, was man tippt, am Ende steht das richtige Wort da.


Gestern Abend hatte ich vorsorglich gegooglet, wo ich in SLC am dümmsten und günstigsten parke, ohne daß ich kilometerweit laufen muß, um alles in ... heißt es Fuß- oder Laufnähe?... zu haben. Also nah genug am National Park Service Büro und nicht weit weg vom Tempelgelände.



Am Ende stand ich in einer Tiefgarage, die direkten Zugang zu den Büros der Nationalverwaltung hatte. Aber bis ich es begriffen hatte, war ich schon 2x um Block gelatscht.

                       

 


                                                        Salt Lake Tabernacle - Versammlungs- und Chorhaus


Salt Lake City ist im Grunde eine riesige Kirchgemeinde, in der man nicht nur Sonntags vor dem Frühstück betet, sondern auch mitten in der Woche.
Es hat mich also in keinster Weise gewundert, daß hier 99% aller Passanten ihr Sonntagsoutfit trugen. Sogar die Kleinsten waren herausgeputzt.
Vielleicht wollten sie aber auch nur zu einer der Hochzeiten, die hier stattfanden. Wer weiß das schon?



In den Tempel dürfen übrigens nur Mormonen hinein. Ich weiß zwar nicht, wie sie das kontrollieren wollen, aber so sagt man jedenfalls.







 

Ein paar Meter weiter nördlich steht das Capitol des Staates, und ist im Gegensatz zu 2004 nicht wegen Umbaumaßnahmen gesperrt. Aber ob 4 Schulklassen und 100 Chinesen das Anschauen leichter machen, wage ich anzuzweifeln. Der Lärmpegel erreichte Ausmaße wie bei einem Heimspiel auf Schalke. Wobei man da sicher mehr Spaß hat.





Innen war es riesig und alles aus Marmor, aber ich glaube, die Debattiersäle im Capitol in Connecticut oder Pennsylvania waren größer.
Vermutlich geht man zum Diskutieren eh in den Mormonentempel.







2,5h parken kosteten mich stolze 6 Dollar. Aber was tut man nicht alles, um ein wenig für Niveau im Bericht zu sorgen.
Am „Here ist the place - Monument“ sackte ich nur schnell meine 4 Stempel ein, bevor ich den Ort fluchtartig verließ. Heimspiel auf Schalke? Pah…Kindergeburtstag.



Außerdem kostete es hier 11$, um sich verkleidete Menschen in einem Freilichtmuseum anzusehen, die die Geschichte der Besiedelung der Gegend nachstellen.
Das war es mir dann doch nicht wert. Ich hatte heute schon genug Heiligkeit von oben.



Oben. Das war das Stichwort für mein nächstes Ziel, von dem ich mir viel versprochen hatte.
Timpanogos Cave National Monument.
Sie liegt mitten im Gebirge und zwar nicht unter- sondern überirdisch. Also quasi.
Um diese Höhle zu erreichen, muß man erst einen ca. 2km Anstieg bewältigen, denn die Höhlen befinden sich ein „paar“ Meter über der Straße. Auf der Internetseite steht folgendes:
Die Höhlen sind nur mit einem Guide zu besichtigen und die Tour dauert 55 Minuten (wieso nicht 1 Stunde?) und für maximal 16 Besucher pro Tour ausgelegt. Der Zugang zu den Höhlen erfolgt über einen anstrengenden 1,5 Meilenweg mit einem 1092ft Höhenunterschied. Die Höhlen befinden sich auf einer 6730ft-Höhe über dem Meer.



Also 2,4km und 333 Höhenmeter überwinden und das ganze findet dann in einer Höhe von 2051m über dem Meer statt.
Wie lange brauche ich für 2,4km und 333m Höhenanstieg? Plus Tour? Plus das ganze wieder retour?
Bis dahin ist die Sonne schon 2x untergegangen. Neee Leute, det muß ausfallen. Außerdem waren es ab da noch 150km zu fahren und ich wollte noch 2 Pässe mitnehmen. Also Passstraßen. Es lag also nicht an mir, daß es ausfallen mußte.
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Fährt man an den Caves vorbei, so befindet man sich auf dem Alpine Loop Scenic Byway, der einen durch Sundance führt, von dem ich allerdings gar nichts mitbekommen hatte. Dabei hatte es Margret einprogrammiert. Ich kann mich auch ehrlich gesagt, an keine Filmfestivalstadt erinnern, durch die ich gefahren sein muß.
Ist ja auch egal, denn weiter südlich ging es weiter über die Nebo Loop Road nach Nephi und diese Strecke war bedeutend interessanter und sehenswerter und höher und maaaaan, ich hatte heute vielleicht Glück mit dem Wetter. 

 

 

Ab und an dachte ich, ich würde den Tioga Pass durch den Yosemite fahren. Nur war es hier bewaldeter und bunter. Eine wunderbare Strecke. Und kurz vor dem Ziel sieht man noch eine kleine Schwester des Bryce Canyon, namens „Devils Kitchen“. Wobei ich mir Teufels Küche etwas gefährlicher und düsterer vorstelle. So mit Dampf und Qualm und so. Hier war es einfach nur totenstill und friedlich und jede Menge Rot.


 

Halb 6 war es, als ich über eine zwielichte Piste das Super 8 erreichte. Jetzt stellt euch mal vor, ich hätte die Höhle besucht…

Morgen gibt’s einen fast reinen Fahrtag und es geht in die echte rote Steine Gegend. Nach Bicknell.


                              Ort mit 1000 Seelen, aber Straßen wie in einer Großstadt


Motel: Super 8, Nephi, UT



Gefahrene Meilen: 186


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