24. Mai 2015                                                              16°C 



Irgendwie hab ich die Nacht gefroren.
Draußen kalt, drinnen kalt und die Decke ist ja nun mal nur der übliche Motelstandard.
Ich hätte zwar das Heizgebläse anmachen können, aber dann hätte niemand mehr in der näheren Umgebung schlafen können. Es brummt nämlich nicht nur IM Zimmer, sondern auch davor. Das Motelgelände wäre dann nett beschallt worden. Blöde Erfindung von General Electrics…
Hab ich schon geschrieben, daß es das erste Zimmer auf der Reise ohne Kaffeemaschine ist?
Dann wird es Zeit aufzustehen. Ich brauche Wärme.

Die Frau an der Tankstelle hat heute sogar ohne einen Auftrag von mir, die Rückscheibe geputzt. Das fand ich sehr nett und hab ihr sogar Tip dafür gegeben.
Für alle, die es nicht wissen: in Oregon (und New Jersey) gibt es den Tankwart. Selber tanken ist nicht gestattet. Vielleicht mal abgesehen von klitzekleinen Tankstellen irgendwo in der Pampa, wenn kein Mensch weit und breit zu sehen ist.

Der Wetterbericht hätte jedoch keinen Tip verdient. Es war total diesig und bewölkt und von dem angesagten strahlend blauem Himmel war ich noch weit entfernt. Und ohne blau macht der Crater Lake irgendwie keinen Sinn. Aber ein anderes Ziel hatte ich heute nicht. Naja, bis auf den einen Wasserfall, den Salt Creek Fall in der Nähe von Oakridge.



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Er ist der zweithöchste nach den Multnomah Falls in Oregon und der Wasserreichste mit 190.000 Liter Wasser pro Minute.
Da es noch recht frisch war, gab ich dem Fall nur 3 Fotos Zeit und huschte schnell ins warme Auto zurück.





Bis zum Kraterrand passierte dann nur noch eine Sache: die Sonne kam raus. Alle Wolken blieben am Gebirgskamm hängen, den ich irgendwo auf halber Strecke überquerte. Fast wie in San Francisco, wo man denkt, es scheint die Sonne und kommt man dann um die Kurve… bämmm. Nebel.
Ist euch USA-Reisenden mal aufgefallen, daß sich in Mietwagen immer das Armaturenbrett in der Frontscheibe spiegelt? Das ist bei meinem Auto zuhause nicht so.


fremdes Gebiet. Fremde Straße. Und ihr müßt rechts abbiegen. Ein Blindflug




gefühlt 100km immer nur geradeaus



Aus dem Auto raus Fotos machen geht dann immer nur, wenn Schatten ist oder die Sonne in den Rücken scheint. Aber ich fuhr gerade nach Ost, Südost.
Und das taten heute am Memorialdayweekend auch Millionen anderer.

Erst dachte ich, ganz Amerika hat frei bekommen, aber dann würde es hier ein Englischgeplapper geben, aber das, was ich hier hörte, war indisch. Oder pakistanisch? Was sprechen Pakistani? Urdu?
Nein, es war indisch. Die Damen kamen im Sari. Die Ehemänner mit Handy. Und die Kinder plärrend und wildumsichschlagend.




Jedenfalls waren hier 1 Million dieser Völkergruppe unterwegs und mittendrin zu Fotos machen gezwungene Klein- und Kleinstkinder.
Ich hatte so meine Mühe, einen freien Knipsstellplatz zu finden, ohne über den Haufen gerannt zu werden.
Kommen wir jetzt zum See.





Er sieht immer noch genauso fantastisch aus, wie 2012.
Genauso blau, genauso klar, genauso tief.
Heute gab es nur einen Unterschied zu damals. Schneereste. Teilweise fast 3 Meter hoch und am Straßenrand. Zeit für Vergleichsfotos.



Leider war noch SO viel Schnee, daß der East Rim Drive gesperrt war, den ich eigentlich geplant hatte, zu fahren. Laut Parkverwaltung war ich 2 Wochen zu früh dran.
Und weil dem so war, war ich viel zu zeitig mit dem Crater Lake fertig.



Da konnte mir auch der Stau an der Crater Lake Lodge nicht weiterhelfen. Sicher hätte ich länger hier oben verweilt, wenn ich mich im Cafe an die Schlange zur Essensausgabe gestellt hätte. Da wäre ich sicher JETZT noch da oben.
Gabs heute Curry?
Kurz vor der Weiterfahrt sackte ich noch 2 Stempel ein und fuhr nach Shady Cove, wo heute mein Motel stand.


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