10. Oktober 2015                                                                           18°C

 

Um es vorweg zu nehmen, die geplante Strecke habe ich schon während der Zufahrt zum Marple Canyon gecancelt. Naja, nicht direkt da, sondern kurze Zeit später, als ich mich mal bequemte, die Straßenkarte aus Papier aus dem Kofferraum zu holen. Da waren nämlich alle in Margret eingegebenen Bergstraßen als unbefestigt gekennzeichnet und bei der Länge der Route ist für mich sowas ein no go. Nix gegen 10km, aber es wären weit über 100km geworden. Insgesamt gesehen.


 

Also fuhr ich geraden Weges zum Capitol Reef NP.
Nicht gerade die Nummer 1 auf meiner Liste, aber was solls. Als ich das letzte Mal da war, lief ich einige Meter den Great Wash Trail, empfand es allerdings schon nach wenigen Metern als langweilig, da man wirklich die meiste Zeit in einem ausgetrockneten Flußbett läuft. Rechts rum, links rum, rechts rum…
Heute wollte ich mal den Scenic Drive bis zum Ende fahren und schauen, was es da gibt.



 

Am Visitorcenter konnte man sich mit Hilfe eines Fernrohres die Sonne ansehen. Live. Und bevor es hier zum Aufschrei der Massen kommt: der Mann, der diesen Aufbau begleitete, wußte, was er tat. Er war vom Nationalpark Service und niemand, der sich die Sonne samt Eruptionen ansah, mußte hinterher wegen Augenkrebs zum Doktor.


 
Es war spannend. Wann sieht man schonmal live, was die Sonne produziert und auswirft?
Am Ende des offiziellen Scenic Drives kann man noch weiter auf einer unbefestigten Piste die Capitol Gorge Rd fahren und gelangt mit etwas Glück erneut zu einem Wash, den man zwischen engen hohen Felswänden entlangwandern kann. Auch hier kehrte ich nach der Hälfte wieder um, weil mir der Sinn für sowas fehlte.



 

Auf dem Rückweg Richtung Hauptstraße hielt ich dann an fast allen möglichen und unmöglichen Stellen an, um Fotos zu machen und das Ganze mal wieder in schwarz-weiß. Ich finde die Kontraste irgendwie interessant. Hat was.

 

Den restlichen Abend verbrachte ich im Motelzimmer und rege mich noch 12 Stunden später darüber auf, daß ein Anwohner seit meinem Check-in im Motel seinen Rasen mit einem Sprenger bewässert. Durchgehend. Pausenlos.
Das Wort Dürre hat er wohl noch nie gehört und auch die Gesetzesdiener scheint es in keinster Weise zu stören. Muß man hier für Wasser nichts zahlen?


Was das Motel angeht, es ist das bisher schlechteste auf meiner Reise. Ich bin im Sunglow Motel in Bicknell und es gibt weder eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer, noch eine Mikrowelle, einen Kühlschrank oder Fön. Nix dergleichen. Selbst Eis für meine Kühlbox muß man sich an der notdürftig eingerichteten „Rezeption“ holen. Man blickt von da aus direkt in die Spül- und Abfallküche des Restaurants und ehrlich gesagt, vergeht einem da der Appetit.


Morgen gibt es zwar wieder einen Fahrtag, aber ich sehe endlich mal wieder etwas Interessantes an der Strecke. Sofern mich nicht wieder pausenlos die Sonne blendet.
Vielleicht kann mir mal jemand erklären, wieso man nie etwas sieht, wenn man entgegen der Sonne fährt oder läuft oder blickt. Die Sonnenstrahlung ist so intensiv und streut, daß man ohne Sonnenbrille gar nichts tun kann. Sogar der kurze Gang vom Auto in den Supermarkt wird zum Kraftakt, weil man Gefahr läuft, irgendwo dagegen zulaufen.
Die Landschaft sieht aus, als hätte jemand ein Foto falsch bearbeitet und den Hellregler zu weit nach oben gedreht, das sogar schwarz nur noch ein Grauschimmer ist.



Gefahrene Meilen: 224



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