Tag 8 - 3.Mai



Den heutigen Tag ließ ich gemütlich beginnen. Ich wollte zwar als erstes in die Werkstatt, aber ich glaubte kaum, dass sie vor 8 Uhr die Türen öffnen.
Daher trottete ich erstmal ans Fenster um zu schauen, was mich heute so erwartet.
Blauer Himmel? Gut. Sehr gut.  Besser hätte ich es auch nicht hinbekommen.
Es war schon halb 8, als ich mich endlich aus den Federn schälte und meinen Kram zusammenpackte.
Den Kaffee aus dem Office schenkte ich mir, denn ich wollte heute zur Abwechslung mal wieder Fremdessen.
Meine Wahl fiel auf das Zak, welches ebenfalls im Forum schlechte Kritiken bekam. Mir jedoch gefiel es da drin, auch, weil ich der einzige Gast war.


Heute sollte es mal ein Omelett sein. Da ich aber weder auf scharf noch auf pfeffrig stehe, bastelte ich mir mein eigenes Essen zusammen. Einmal Omelett mit Tomaten, Pilzen, Zwiebeln und bisschen Wurst.
Als es dann serviert wurde, war ich mal wieder selber von mir überrascht, was ich doch für einen phantastischen Geschmack ich habe.
30 Minuten später war alles, bis auf die Petersilie, verputzt und ich konnte Margret den Auftrag erteilen: bitte einmal 1160 South Main.

Ich weiß nicht, welche Laus ihr über die Leber gelaufen war, aber das sture Weibsstück wollte partout, dass ich nach Norden fahre, anstatt nach Süden.

In ihrem Wortschatz gab es „Süden“ nicht, und so war ich auf mich alleine gestellt.
Ich fuhr also in die richtige Richtung und schaute abwechselnd nach rechts und links und geradeaus und links und rechts…bis ich sie entdeckte. Die Werkstatt, die ich gestern online ausfindig gemacht hatte.
Leider konnte man mir nur einen Termin für morgen 8 Uhr geben, den ich auch annahm und erst im Auto fiel mir ein: Mist…du wolltest doch 6 Uhr am Mesa Arch sein.
Das konnte ich nun natürlich vergessen, außer, ich fand schnell eine andere Werkstatt, die mir vielleicht heute schon neues Öl verkaufte.

Insgesamt hab ich bei 4 Werkstätten nachgefragt, aber keiner konnte oder wollte mir heute helfen. So beließ ich es bei 8 Uhr am Dienstag und setzte den Mesa Arch auf die To Do Liste für 2011.

Für heute hatte ich nur 4 Dinge geplant:
Erst eine neue Speicherkarte kaufen, dann 6 Stunden Arches NP und anschließend die Onion Creek Road fahren und den Sonnenuntergang wollte ich bei den Fishertowers verbringen.


Das mit der Speicherkarte war schnell erledigt, denn es gab in dem Laden nur 2 Sorten: entweder, du nimmst sie oder du nimmst sie nicht. Hatte ich also eine Wahl?

Als wir 2006 im Park waren, schauten wir uns alles an, bis auf den Broken und den Sand Dunes Arch. Beide waren über einen Trail zu erreichen, den ich heute in Angriff nehmen wollte.







Bevor es aber soweit war, fuhr ich erneut zu den Windows und hoffte, auf ein schönes Foto des Turret Arch, geknipst durch das südliche Fenster.
Für ein Morgensonnenbild war es zwar schon zu spät, aber noch waren wenig Leute unterwegs, die einem ständig ins Bild latschen.



So kraxelte ich mal wieder durch das Fenster, dahinter nach unten und 3m weiter über Steine und Felsen nach oben, bis ich endlich die Position gefunden hatte, auf der sicher jeden Morgen zig Fotografen ihre Stative aufbauen wollen.
Ich genoß von da oben die Aussicht und die herumtollenden Kinder einer deutschen Familie und kroch, nachdem sie sich verzogen hatten, wieder von meinem Stein nach unten. Noch 2 Abschlußfotos aus einer seitlichen Position, denn wer weiß, wann ich wieder hierher komme und ich lief zurück zum Auto.
Mein nächster Halt war der Parking Lot beim Sand Dunes u. Broken Arch Trail und schon wieder musste ich das Auto verlassen. Das ganze Jahr über gehe ich freiwillig keinen Schritt und hier überschlage ich mich förmlich.







Auf dem Weg zum Broken Arch musste ich auch schon die Speicherkarte wechseln, was sich einfacher schreibt, als es in Wirklichkeit war, denn so Dinger sind immer Atombombensicher verpackt und ich hab mindestens 5 Minuten gebraucht, um überhaupt erstmal die Packung aufzubekommen. Jede Fischdose, die aus härterem Material besteht, geht leichter auf. 






  


Die beiden Wanderer, die in der Zwischenzeit an mir vorüber zogen, dachten sich sicher auch ihren Teil. Aber watt mutt, datt mutt.

Während mich der Sand Dunes Arch nicht sonderlich beeindruckt hat, schon alleine, weil er so einsam in der Ecke stand, gab der Broken Arch mehr her und ich konnte mal wieder so richtig nach Lust und Laune rumklettern. Ich weiß, ich bin keine 10 mehr, aber in den Fällen fühle ich mich so. 


Ich sag mir immer: mehr, als ausrutschen und hinfallen, kann ich nicht und sollte ich dabei drauf gehen, hab ichs hinter mir.

Nachdem ich auch hier wieder gefühlte Millionen Bilder aus allen erdenklichen Perspektiven geschossen hatte, lief ich den Trail noch ein Stück weiter, denn irgendwann kam man zum einzigen Campground in dem Park.
Ganz geschafft hab ich es nicht, denn ich drehte wegen chronischer Unlust auf der Hälfte der Strecke wieder um und wollte lieber mit dem Auto über den Campingplatz fahren.


Seit ich das erste Mal in den Staaten gezeltet hab, bin ich von der Infrastruktur der Campingplätze fasziniert. Bei dem hier kommt noch hinzu, dass die Lage genial ist. Hier einmal aufwachen und zusehen, wie die Sonne über den roten Felsen aufgeht. Es muß herrlich sein.


Ich fuhr also bis zum Devils Garden und bog dann rechts in den Campground ab. Gott sei Dank, durfte man nur 15 fahren.
Wie gern hätte ich jetzt hier mein Zelt aufgeschlagen, mich irgendwo in die Sonne gesetzt und die Aussicht genossen. 






So blieben mir aber nur ein paar Fotos und ein weiterer Punkt auf der Liste.
Mittlerweile hatten wir es 14 Uhr, wie die Zeit rast, und ich bekam ein leichtes Hungergefühl.
Wieder stand ich, wie schon gestern, vor der Wahl: Corona Arch oder Essen?
Natürlich entschied ich mich für letzteres und fuhr zurück ins Motel. Nicht viel später sattelte ich wieder die Pferde und bog nördlich von Moab in die UT128 ein.



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