Diese Straße gehört zu meinen Favoriten und mal wieder kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Rote Felsen so weit das Auge reicht und riesig hoch und immer fragte man sich, wie lange sie wohl noch so stehen bleiben werden. Viele, dieser Gebilde sehen ja schon ziemlich wackelig und zerbröselig aus und es ist nur eine Frage der Zeit… Aber sicher werde ich dann schon das Zeitliche gesegnet haben. 


Kurze Zeit später bog ich rechts in die Onion Creek Road ab. Unter normalen Umständen wäre ich da nie abgebogen, aber man liest im Netz so viel über diese unbefestigte Straße und das man sie sogar mit einem normalen PKW befahren kann, da konnte ich dem nicht widerstehen und wollte mit eigenen Augen sehen, was an der Strecke so toll ist.


Die ersten Km waren Note 1. Nicht ein Steinchen lag auf dem Weg und die Aussicht verleitete immer wieder zum Anhalten, was ich allerdings nicht tat, denn irgendwie war ich heute abend ein- und aussteigefaul.
Rechts und links der Straße waren immer wieder Zelte und Wohnmobile aufgestellt und ich sagte mir: wenn die hier langfahren können, kann ich es schon lange. 


Bald darauf erreichte ich die erste Washdurchfahrt und war erstaunt, wie leicht es sich da durchfahren lies. Die nächsten Kilometer ging es genauso weiter: Rechtskurve, Wash, Linkskurve, Wash, gucken, knipsen, Rechtskurve, Wash, Linkskurve, Wash, gucken, knipsen, Rechtskurve, Wash, Linkskurve, Wash, gucken, knipsen.


Ich hab nicht mitgezählt, aber ich hab es dennoch nicht bis zum Ende geschafft und bin vor Wash 8 oder 9 umgedreht, denn der letzte Absatz ins Wasser war mir zu heikel. Außerdem ging es danach gleich steil nach oben und irgendwie bekam ich Muffensausen.
Es war trotzdem eine Erfahrung, die ich gern wiederholen würde und vielleicht schaffe ich es dann auch, bis zum Ende durchzufahren.


Mein letztes Ziel für heute waren die Fischer Towers, die besonders bei Sonnenuntergang sehenswert sind. Wir hatten es grad mal 17 Uhr, aber was solls. Auf der Karte war die Abfahrt quasi direkt nach der Onion Creek Rd eingezeichnet und da letztere brav ausgeschildert war, fuhr ich halt so lange, bis ich ein Schild mit der Aufschrift: „Fisher Towers Recreation Area“ sah.

So fuhr ich also dahin, immer die Sonne im Rücken und jede Menge Ausblicke in Fahrtrichtung. Leider kamen die roten Felswände immer näher zur Straße und es sah nicht aus, als würde hier demnächst ein Abzweig kommen. Ich meinte auch, die Towers von der Zwiebelstraße gesehen zu haben und langsam fing ich an, mir Gedanken zu machen.

Ich hielt einfach mal rechts an und fragte Margret.

Ihre lapidare Antwort: „Bitte wenden sie jetzt“ und dann schob sie gleich noch eine Ohrfeige nach: „Bitte dem Straßenverlauf 11km folgen!“


Kurz vor der Abzweigung stand dann das Schild. Groß und deutlich. Ich kann also ausschließen, dass ich es erst übersehen hatte.


 

Die Strecke zu den Fisher Towers war genauso angenehm zu fahren, wie die Zwiebelstraße und schon nach 1km war ich am Ziel, parkte mein Auto, schnappte meine Fototasche samt Wasser und knipste erstmal im Kreis, bevor ich zum Titan Trail aufbrach.


Es war schon schön hier. Entweder ich sah nach oben oder lies mich von der Weite einhüllen oder knipste die vielen Blümchen, die am Trailrand standen. Sehr sehr idyllisch.

    



Der Trail war sehr lang und deswegen beschloß ich, nach 300m umzukehren. Und das war auch gut so, denn 2m weiter ging der Weg ziemlich steil nach unten und wenn etwas runter geht, muß man auch später wieder rauf und dazu fehlte mir heute abend eindeutig die Kondition.



Keine 10min später saß ich wieder im Auto, verabschiedete mich von den Fischern und fuhr geraden Weges zurück ins Motel.

Im Grunde hab ich heute nicht viel gemacht aber ich war total müde und ausgelaugt. Urlaub sollte eigentlich erholend sein, aber irgendwie war ich von Tag zu Tag fertiger.
Nicht viel später lag ich im Bett und schlief den Schlaf der Gerechten.




Gefahrene Meilen: 176




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