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In Kanab hatte ich jetzt sogar 3x die Gelegenheit, mein Stempel-Buch zu füllen, was für mich allerdings einfacher gesagt, als getan war, denn bei der ersten Station, einem BLM-Office,

wusste die Dame gar nicht, was ich von ihr wollte, war sicher ihr erster Tag, und beim Visitorcenter der Stadt hatten sie keine Stempel.


Beim BLM-Office Nr. 2 hatten sie dagegen gleich 4 zur Auswahl.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich diesmal meine treue Leserschaft langweile, aber das ist MEINE Reise und die gestalte ich so, wie ICH es möchte.
Wenn jemand keinen Bock mehr hat, dann soll er eben aussteigen. Mir doch egal


Landschaftlich gab es derzeit eh nicht viel zu sehen, denn erstens regnete oder graupelte es die ganze Zeit und wenn es das nicht tat, dann bereitete es sich gerade wieder auf einen Schauer vor.

Selbst wenn die Sonne geschienen hätte, gäbe es hier nichts zu sehen, außer grüne und graue Büsche am Straßenrand.


Ab jetzt ging es nur noch bergan, schließlich näherte ich mich langsam dem Grand Canyon, was ja eigentlich ein Widerspruch in sich ist.
Alles zwischen hier und Page und bis runter Richtung Flagstaff liegt auf einer Hochebene, und das höchste Stück meiner heutigen Strecke, war bei 2300m, und da lag sogar noch Schnee.



Und weil hier oben noch Schnee lag, war die Saison für den North Rim noch nicht eröffnet und demzufolge war auch das Visitor Center in Jacob Lake noch geschlossen.




Naja, macht nichts, einige Möglichkeiten kamen ja heute noch für mich, also will ich mal nicht so sein.
Von Jacob Lake bis Page ging es jetzt quasi nur bergab. Ich konnte mich als jetzt auch auf die Landschaft konzentrieren, weil ich nur noch lenken musste. Gas geben entfiel.
Ungefähr 20km hinter Jacob Lake und am Ende des Kaibab National Forest, änderte sich die Landschaft schlagartig.





Von jetzt auf gleich gab es keine Bäume mehr, stattdessen fuhr man an roten Klippen vorbei. Auch musste man jetzt keine Kurven mehr fahren, denn es ging, wie im Südwesten sehr oft üblich, immer nur geradeaus.

Dadurch, dass man so weit sehen konnte, hatte ich einen sehr schönen Überblick über das derzeitige Wetter. Überall um mich herum schien der Himmel seine Schleusen zu öffnen oder bereitete sich darauf vor. Es war ein unheimlicher Anblick. Trotzdem hat es mich bis Page nie erwischt. Mal hier und da ein paar Tropfen, aber so ein richtiger Wolkenbruch war nie dabei.



Ich genoss es richtig, mich für die alte UT89 entschieden zu haben und nicht für die weiter nördlich verlaufende neue UT89. Das, was ich hier sah, war für mich der Inbegriff des amerikanischen Südwestens.

Weite rote Flächen und diese typischen Klippen und Hänge.
Die Vermillion Cliffs wurden im Jahr 2000 von B. Clinton in den Status eines National Monuments gehoben. Die Klippen sind eigentlich ein Hochplateau, die zum Colorado River hin abfallen.
Der Name "Vermillion" stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie "Zinnober". Im Grunde sind es also "Zinnoberrote Klippen", die vom BLM verwaltet werden.



Kurz bevor ich über die Navajo Brücke fuhr, musste ich plötzlich scharf bremsen. Um ein Haar hätte ich die Cliff Dwellers am Straßenrand übersehen. Keine Ahnung, was Cliff Dwellers heißt, aber was man hier zu sehen bekam, war einzigartig und trotzdem irgendwie unrealistisch.
Edit: Cliff Dweller = Klippenbewohner


(klicken, um das Schild zu lesen)

Überall verstreut lagen riesige Steine oder Findlinge herum, um die man eine Mauer so errichtet hatte, dass der Stein eine Hauswand ergab. Schwer vorzustellen, aber genauso war es.

Ich frage mich nur, wer da gewohnt haben soll. Die Behausungen waren extrem winzig. Gerade mal 3 bis 4m². Wenn es nicht so alt aussehen würde, hätte ich es für eine Attrappe gehalten. Was es allerdings war, es war fotogen.



Ein bisschen Sorge hatte ich beim Anschauen trotzdem. Das Gelände war gleichzeitig Verkaufsfläche der einheimischen Navajos, die da ihre Tische aufgebaut hatten und nebenan in ihren Autos auf zahlungskräftige Kunden warteten.

Während ich also um die „Häuschen“ wanderte, hatte ich ein Auge immer bei meinem Auto. Man weiß schließlich nie.





Nach 5 Minuten verließ ich den Ort und wenn die Indianer keinen Feierabend hatten, sitzen sie vermutlich immer noch da…

Durch meine ständige Anhalterei, war es schon relativ spät am Tag. Ich war hier zwar in Arizona, aber das war das Land der Indianer, und die richten sich nach der Sommerzeit. Sprich: es war schon eine Stunde später, als im restlichen Bundesstaat.

Zumindest glaubte ich das.



Im Visitor Center an der Navajo Bridge fragte ich den Ranger, wie spät es denn hier eigentlich war und wie spät es in Page ist, doch mit dieser Frage hatte er sicher nicht gerechnet. Er wusste es selber nicht so genau. Womit wir wieder beim Thema Arbeitszeit und Pünktlichkeit wären. Wenn er nicht wusste, in welcher Zeit wir leben, wie schaffte er es jeden Tag pünktlich zu sein?



Irgendwann einigten wir uns auf Arizona Time, wobei das ja auch alles egal ist, schließlich muß ich heute keinen Flieger mehr erwischen.

   

  




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