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   9. Mai 2011                                                         60°F  




Das ist schon so eine Sache mit dem Wetterbericht.

Wäre doch schön gewesen, er hätte sich heute auch geirrt, aber mein Blick aus dem Fenster bestätigte ihn nur: kalt, windig, stark bewölkt und nasse Straßen.


Zum Glück hatte ich heute nicht vor, die Welt neu zu entdecken, stattdessen wird es ein ganz relaxter Tag. Alles, was ich heute machen wollte, war nach Page fahren und unterwegs alle Stempelstellen mitnehmen, die ich finden konnte.

Natürlich war die Strecke, die ich fahren würde, wieder schlecht für meine Fotografenseele, aber was soll’s. Irgendwas ist eben immer.

Nach den üblichen Morgenritualen, wie Zähne putzen, Koffer packen, auschecken und Kilometerstand aufschreiben, machte ich mich gegen halb 10 endlich auf die Socken.

Meine ersten beiden Ziele waren noch hier in St. George, da gestern aber Sonntag war, und da die meisten Besucherzentren und Behörden geschlossen haben, konnte ich diese Stempelaktion erst auf heute legen.

Da es die (meisten) Amis, die mit Kundenbetreuung zu tun haben, nicht so genau nehmen, was Arbeitszeiten angehen und auch sonst ziemlich träge sind, wartete ich noch geschlagene 10 Minuten auf den Typen, den ich fragen konnte, ob er Stempel für mich hat.

Als er endlich erschien, fragte ich ihn, wo das Problem ist und ob er das 10Uhr nennt. Er starrte mich an und fragte doch allen ernstes, wie es mir heute Morgen geht…?

Nachdem er mir das Wort „Utah“ in mein Büchlein gedruckt hatte, verschwand ich auf Nimmerwiedersehen, nicht aber, ohne meine Gesichtszüge Richtung „was für ein Scheiß Laden“ entgleiten zu lassen und mich ins Buch für Besucher einzutragen. Wäre schön, wenn von den Chefs da einer deutsch könnte...
Na ist doch wahr. Wenn 10Uhr dran steht, dann hat der feine Herr auch 10Uhr parat zu stehen und nicht erst, wenn es nach SEINER Uhr 10Uhr ist !!!

Der Zion Park stand zwar eigentlich nicht auf meiner Liste, aber wenn ich schon
mal in der Nähe war, konnte ich meine Route auch gleich so legen, dass es passte.
In Hurricane schüttete ich noch schnell für 20$ meinen Tank voll, denn wer weiß, wann ich wieder dazu komme, für unter 3,80$ an Sprit zu kommen.



Kurz bevor ich den Park erreichte, gab das Wetter seine erste Vorstellung und der laufende Scheibenwischer war ab nun mein ständiger Begleiter.








Am Parkeingang zeigte ich brav meinen Pass vor, verneinte die Frage, nach Kartenmaterial und fuhr geradewegs zum Visitorcenter. Die Geschichte war auch recht fix abgehakt und mit 2 Stempeln, zig Fotos und einer Ansichtskarte reicher zog ich auch schon von dannen.

Es kann einer sagen was er will, aber eins muß man den Leuten hier über dem großen Teich lassen: Besuchereinrichtungen bauen und gestalten können sie. Aber ich glaub, das sagte ich bereits.


(anklicken für pdf-Vollversion)

Ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland oder sonst wo in Europa schon mal so etwas gesehen zu haben. Wenn ich alleine an die Info in Bautzen denke. Zwei alternde Ladys und 5 Ansichtskarten. Das war alles, was man in dem Laden zu sehen bekam. Nichts gegen Bautzen, immerhin ist es die schönste Stadt der Welt, aber ... zurück zum Thema..







(Seit dem Jahr 2000 darf man nicht mit dem eigenen Auto im Park fahren.
Es stehen kostenlose Shuttlebusse zur Verfügung.)


Die UT9 schraubte sich dann Richtung Osten die Canyonwände hoch und leider musste ich immer wieder anhalten und die grandiose Landschaft im Bild festhalten, auch wenn die höchsten Erhebungen ständig von den tiefhängenden Regenwolken verhüllt waren. Alles passte eh nie aufs Bild.




Vor dem Tunnel, bei dem die Bauarbeiten Gott sei Dank beendet waren, gab es mal wieder einen Stopp, denn man konnte ihn nur einspurig befahren, denn Wohnmobile oder andere hohe Fahrzeuge konnten immer nur in der Mitte der Fahrbahn fahren, da sie sonst die Wände streifen würden.
Die Rangerin meinte: Stop the engine and relax.

Ok, ich relaxte dann mal 5 Minuten, denn eine andere Wahl hatte ich schließlich nicht.


Als das letzte Auto der entgegenkommenden Fahrzeuge stehen blieb, staunte ich nicht schlecht, denn der Fahrer übergab der Rangerin eine Art Staffelstab, was ihr sagte: aha, alle Autos sind durch.

Schließlich hätte es ja sein können, dass einer im Tunnel anhält und durch die „eingebauten“ Fenster Fotos macht oder runterspringt oder was weiß ich nicht noch alles. Ich jedenfalls fand die Lösung einfach, aber genial.

Kurz nach dem Tunnel war ich dann auch bald alleine auf der Straße unterwegs, denn die anderen zogen es vor, noch jeden Baum und jeden Felsen einzeln zu knipsen. Ich fand es aber irgendwie nicht mehr so spannend. Auch bei der Checkerboard Mesa fuhr ich einfach so vorbei. Welch Schande !!!
Hab grad mal googlen müssen, was „checkerboard“ eigentlich heißt: Schach- bzw. Damebrett. Cool. Darauf muss man bei dem Anblick des Berges erstmal kommen.




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