15. Oktober



Wir hatten nur einen Tag zur Verfügung und wollten uns treiben lassen.
Wenn ich an San Francisco denke, fallen mir auf Anhieb 4 Sachen ein: die Golden Gate Bridge, Alcatraz, Pier 39 und die Cable Car.
Und weil es die 4 bekanntesten Dinge sind, wir die Brücke gestern schon abgehakt hatten, Alcatraz zu weit und zu teuer war, blieben nur die letzteren beiden Sachen übrig.

Nach einem ausgiebigen Frühstück schnürten wir unser Ränzlein, schnappten uns einen Rezeptionsstadtplan und stapften Richtung Hafen davon. Irgendwo nördlich des Motels war eine National Historic Site eingezeichnet und für sowas bin ich immer zu haben. Zwar weniger wegen der Geschichte, die mich nicht interessiert, als wegen des Stempels, den es da zu holen gab.

Das Gelände, welches mal ein Fort gewesen sein mag, war nichtssagend. Kein Must See. Stempeln und abhaken.

Der Spaziergang zum Hafen war da schon wesentlich interessanter. Hafengegenden haben ja immer etwas Faszinierendes. Und wenn es nur kackende Möwen und vor sich hinrostende Yachten sind.
Je näher wir dem „wichtigsten“ Pier kamen, umso mehr Leute wuselten plötzlich um uns herum.


Dem Umdrehpunkt der Cable Car gaben wir 5 Minuten und dem Museum des SF Maritime NHP auch nicht viel mehr Zeit. 

Das Wetter war heute übrigens perfekt.
Klar lag noch etwas Nebel über der Bucht, aber er sollte sich im Laufe des Tages verziehen. Die Temperatur lag derzeit bei angenehmen 15°C und für den Nachmittag waren 22°C erwartet. Was will man mehr?




Da wir nichts geplant hatten, nahmen wir alles mit, was so auf dem Wege lag und das war die nächste Stunde das alte Handelssegelschiff „Balclutha“. Eintritt war frei, da es zum NHS gehörte, für das ich ja den Pass hatte. 


Die Geschichte des Schiffes jetzt hier auseinander- und wieder zusammenzusetzen, würde zu weit gehen, von daher nur eine klitzekleine Kurzfassung:


   


Gebaut 1886 in Glasgow. Handelte dann unter britischer Flagge mit Getreide, Reis und Wolle, umsegelte mehrmals Kap Horn, wurde dann hawaiianisch und irgendwann us-amerikanisch, wo es ab 1902 zum Lachshandel eingesetzt wurde.





Ab 1933 diente das Schiff unter anderem Eigner und Namen als schwimmende Filmkulisse.





Mit den Jahren verfiel das Schiff zusehends. Erst als es 1954 einen neuen Besitzer bekam, wurde es in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und bekam seinen alten Namen zurück und ist jetzt Teil des Maritime NHP.





2008 war ich in Stralsund und habe mir da die Gorch Fock angesehen. Das Schiff hier in SF ist absolut KEIN Vergleich.

   



Während man bei der Gorch Fock von einem Rost- und Schimmelfleck zum nächsten geht, sieht das Schiffchen hier aus, als könnte es jeden Moment in See stechen. Alles wurde liebevoll restauriert und unter Deck kann man ein kleines aber feines Museum besichtigen. Dazu laufen mehrere Filme, die bei Interesse angesehen werden können.
Wer also in der Nähe ist, sollte es sich unbedingt ansehen !!! 





Auch der Nebel hatte sich jetzt verzogen und der Blick vom Schiff auf die Stadt, Alcatraz und sogar bis rüber zur Golden Gate waren fantastisch. 





Die nächsten Stunden schlenderten wir dann die Piers auf und ab, beobachteten Leute, die mehr oder weniger Gewicht mit sich rumschleppten,

  

    

erledigten die anstehenden Einkäufe im Hard Rock Cafe, sahen einem Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen zu,







stellten uns zu den Gaffern bei den Robben an Pier 39 und liefen gegen Spätnachmittag zurück zum Motel.


Größere Kartenansicht

Auf dem Weg dahin entschlossen wir uns noch Fahrkarten für die Cable Car zu holen.
Fahren wollten wir jedoch erst am Abend damit, weil die Schlange an der Bahn endlos zu sein schien.



Heute habe ich übrigens das erste Mal in den USA an einem Geldautomat Dollar geholt. Ich habe eine KK bei der DKB und wenn man das Geld bei einer Chase Bank holt, zahlt man keine Gebühren bzw. bekommt sie von der DKB erstattet. Außerdem kann man da auch ein deutsches Menü einstellen und muß sich nicht durch verwirrende englische Begriffe quälen. Nach 2min war der Fall jedenfalls erledigt und ich um 60$ reicher.