Ich freute mich auf den morgigen „Wandertag“ und auf den Arlington Friedhof. Aber nicht auf die Fahrt in eine Großstadt. Da bin ich immer ziemlich nervös und angespannt. Ich habe zwar Margret, die sich hier blendend auskennt, aber man weiß bei sowas nie. Plötzlich biegst du an einem Highway falsch ab und findest nie mehr zurück oder landest in einem Viertel, wo Weiße nicht gern gesehen sind oder so Sachen.


                                       oder du kommst aus Versehen auf die linke Spur...


Als ich mein Auto endlich auf dem Arlington Friedhof abstellen konnte, machte ich 3 Kreuze. So viele Straßen. Meine Güte. Und dann auch noch 3 Stöckig. Und zu allem Übel fiel auch noch mitten im Kreisverkehr Margret aus.
Schrecksekunde.
Plötzlich mußte ich nach Schildern fahren, weil sie die Satelliten verloren hatte. Es war ein Alptraum. Alles Zureden brachte nix, sie mußte neu gestartet werden und ich fing an zu beten.
100 Sekunden später dann Aufatmen und ich konnte den Kreisverkehr verlassen.

Parken kostet auf dem Arlington Friedhof übrigens mindestens 1,75$. Jede weitere Stunde das Doppelte. Es ist jetzt nicht die Welt, aber sicher unangebracht, wenn eine trauernde Witwe ihren Ex besucht. „Trauern darfst du, aber erst bezahlst du das Ticket!“. Nunja…






Das Gelände war riesig. Und wenn ich sage riesig, dann meine ich riesig. Bis die trauernde Witwe endlich das Grab ihres Ex gefunden hat, ist sie sicher schon lange wieder verheiratet. Grabsteine bis zum Horizont, wo sie sich den Platz mit dem Washington Monument und dem Capitol teilen mußten. Ja, sooo riesig.





 

 

Als ich vor der Reise DC und Arlington recherchiert hab, fielen mir einige youtube-Videos vom Wachwechsel „Changing of the Guard“ in die Hände und seit dem stand fest: den Blödsinn mußt du dir live ansehen. 

   

Das ganze findet stündlich im Winter und halbstündlich im Sommer am Grab des unbekannten Soldaten statt.


Sie schreiben auf der Homepage zwar, es wird so oft wegen des Besucherandranges gewechselt, aber ich denke, bei der Hitze hält es kein Wachposten länger in der Kluft und mit Handschuhen aus. Schon mit kurzen Hosen und im trägerlosen Top schwitz man sich hier einen ab, was soll das dann erst in voller Montur werden??


Pünktlich zum Wachwechsel war ich oben auf dem Berg, denn der Friedhof hätte auch in San Francisco liegen können, so uneben war es hier. Ich positionierte mich mit meiner Handykamera ganz rechts und filmte jede Sekunde dieser albernen Waffen-und-Klamotten-Kontrolle des Oberaufsehers. Es war zum niederknien.
Das ist ja nicht so, daß er sich einfach so die Waffe anguckt. Nee nee, der muß sich an eine Choreographie halten und seinen Kopf in passender Geschwindigkeit bewegen. Am Ende muß es mit der Geschwindigkeit des abzuwechselnden übereinstimmen. Wie Trapezkünstler. Zur richtigen Zeit abspringen, damit man im Fallen die Hände erwischt.
Hab ich schon erwähnt, daß der Wachposten läuft, als hätte er es vor dem „großen Geschäft“ nicht mehr aufs Klo geschafft?  Schwuchtelig. Es bewegen sich nur die Füße.


Den Typen kannst du eine Heckenschere am Kopf installieren, die Hecke wäre nach dem Scheren absolut waagerecht.
Was ist, wenn die niesen müssen?

      


Mein Motel für die nächsten 3 Nächte ist ein Days Inn in Alexandria. DC ist ein sauteures Pflaster und ich sehe nicht ein, wieso ich da über 100€ für eine Nacht ausgeben soll. Und dann vielleicht noch für den Parkplatz löhnen? Kommt gar nicht in die Tüte. Lieber fahre ich paar Kilometer, um in die Stadt zu kommen.
                                                                                             
                                                                                                    


gefahrene Meilen: 195,3