11. Oktober 2015                                                                           22°C

 

Bicknell war definitiv kein Ort, an dem ich ein zweites Mal übernachten würde, wobei das ja schon das 2. Mal war. Ok, vielleicht übernachte ich ja doch noch mal irgendwann hier, aber dann definitiv nicht mehr im Sunglow Motel.
Das keine Kaffeemaschine da war, war dabei noch das geringste Übel. Es hat einfach nichts gepasst. Weder das Zimmer, noch das Motelpersonal, welches gleichzeitig auch noch Geschirr gespült hat, noch der dumme Nachbar, der seinen Rasen ohne Pause bewässert. Auch heute Morgen lief der Sprenger noch. Wäre ich hier im Land Gesetzesgeber, ich würde angesichts dessen, was ich in einigen Stunden sehen würde, Strafen verhängen, daß es nur so bimmelt.


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Frühstück gab es hier in der Gegend sowieso keines, also machte ich, daß ich Land gewann. Wobei das auch nicht so recht zutraf. Es war nämlich strahlend blauer Himmel und strahlend trifft es zu 100%. Ich sah nämlich mal wieder gar nichts. Ich tastete mich quasi blind durch die Gegend und auch eine Sonnenbrille konnte mir nicht helfen.


Keine Ahnung, was hier atmosphärisch los ist, aber ich kann mich nicht erinnern, daß in Deutschland so dermaßen die Sonne blendet. Es war eine furchtbare durch die Gegend Gurkerei. Vom Capitol Reef und später von der UT95 sah ich so gut wie nichts. Nur im Rückspiegel, denn da sah alles toll aus, wie es so die Felsen ins rechte Licht rückte.

 

Und weil ich natürlich nichts sah und mich auf einer Bundesstraße befand, gibt es auch keine Fotos. Erst wieder, als ich mich dem Lake Powell, bzw dessen Reste näherte.



Das letzte Stück UT95 ist eine wahre Augenweide. Ich bin jetzt das 2. Mal diese Strecke gefahren, und finde, es ist nach dem Stückchen hinunter zum Marble Canyon, eines der typischsten Südwestlandschaften. Jetzt noch die Sonne im Rücken und es wäre vor lauter perfekt sein kaum auszuhalten.

 

Was den angestauten Lake Powell angeht, so ist er Lichtjahre von perfekt entfernt. Es ist nämlich kein See mehr da. Nur noch der San Juan River, der zu diesem See wird, falls es mal wieder anständig Wasser bzw. Schnee in den Bergen gibt, der im Frühjahr für einen Anstieg des Pegels sorgen würde. Und vielleicht würden auch verschärfte Gesetze helfen, die die Wasserverschwendung der Bevölkerung eindämmen könnte. Ich greife jetzt mal ein paar Stunden vor und nehme mal das Motel in Banding, wo ich kommende Nacht sein werde, als Beispiel.

 

Um sich die Hände zu waschen, was man natürlich am liebsten mit warmem Wasser tut, muß man mindestens 4 Gallonen den Abfluß runterlaufen lassen. Erst dann wird das Wasser warm. Außerdem gibt es in den USA keineToilettenkästen mit Spülstopptaste. Jeder Toilettengang spült mindestens 3 Gallonen Wasser die Kanalisation, sofern es sowas hier gibt, hinunter. Es ist unglaublich, daß es dafür noch keine Firma gibt, die diese Wasserverschwendung beendet.



                             
Als ich am Aussichtspunkt des Sees nach dem See schaute, traute ich meinen Augen kaum. Es war nichts mehr zu sehen, außer einer grünen Auenlandschaft und einer verlassenen Marina, die sicher bald aufgegeben wird. Da, wo einst Boote zu Wasser gelassen wurden, war kein Wasser mehr. Da war nur noch ein verlassener Bootsanleger bzw. eine Rampe, die derzeit allerhöchstens als Flugzeuglandebahn dienen könnte. Wasser hat sie Jahre schon nicht mehr gesehen.


Von Montag bis Freitag sitzt da unten ein armer Ranger der Nationalparkverwaltung in seinem Häuschen und wartet auf badende vorbeifahrende Gäste und soll denen die Schönheit der Glen Canyon National Recreation Area näher bringen.
Ein aussichtsloses Unterfangen, sofern sich noch jemand hierher verirrt. Diesen Job möchte ich nicht machen. 5 Tage endlose Langeweile…

Relativ eintönig war dann auch die Fahrt bis zum Muley Point. Also nicht ab dem Abzweig dahin, sondern die UT95 und die UT261. Mir tat nämlich mittlerweile der Hintern weh und der Rücken und ich war hundemüde.
Dieses ständige gegen die Sonne fahren und nix weiter sehen und ich hatte ja heute kein Kaffee, zehrte an den Kräften.

 

 


Zu den 3 Zielen, die ich jetzt ansteuerte, brauche ich ja nix großartiges mehr schreiben, wobei ich den Ausguck vom Muley Point interessanter finde, als den des Goosenecks SP’s. Außerdem kostet die Aussicht im letzteren 5$, was für 5 Minuten in der Gegend rumgucken viel Geld ist. Als ich 2006 hier war, war es kostenlos gewesen. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, etwas bezahlt zu haben, um mir die Schleifen des San Juan Rivers anzusehen.

 



Den Moki Dugway von oben nach unten zu fahren, ist übrigens fotogener, als anders herum, da man so mehr Blicke auf die Routenführung hat. Laut Fernsehserie gilt sie als eines der gefährlichsten Straßen der Welt. Ich sage: papperlapapp.


Jeder Fahranfänger schafft die Strecke. Mit verbundenen Augen. Margret warnt schon vor, wenn man von der Piste abkommt. Allerdings wäre es dann vermutlich zu spät.

 

Da ich mich heute für den Goosenecks SP entschieden hatte, fiel das Valley oft he Gods zur Abwechslung mal aus. Die 30 Meilen war ich ja schon 2x gefahren und da gibt es sicher nix Neues mehr.


                                                             Bezahlhäuschen des Goosenecks SP - 5$

 


Kurz nach 2 war ich bereits im Motel und hab mich erst einmal eine Runde aufs Ohr gelegt. Ich war sowas von komplett übermüdet. Halb 5 bin ich wieder aufgewacht und hatte Hunger.
Eigentlich hatte ich jetzt Lust auf Pizza, aber da heute Sonntag war, hatte die Pizzeria geschlossen. Logisch…


Stattdessen zahlte ich 25$ im Steakhouse für ein Essen, das den Namen nicht verdient hatte. Rippchen mit BBQ-Sauce zu übergießen, macht noch kein Gourmetessen daraus. Den Rest erspare ich uns. Es ist keine weitere Zeile der Erwähnung wert.

 
Morgen geht es in einen meiner Lieblingsparks. Den Arches NP.
Und Dank an Wyndhams neuer Punktepolitik, kann ich mir in Moab sogar ein Zimmer leisten.


Motel: Prospector Motor Lodge, Blanding

 


Gefahrene Meilen: 259


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