Nach 20 Minuten ließ ich die Mineral Bottom Rd hinter mir und ging nun zum gemütlichen Teil des Tages über.
Durch das Abenteuer Buckelpiste hatte ich viel Zeit verloren und so beschloß ich, heute mal auf Wanderungen zu verzichten und mir etwas so anzusehen, wie es Amerikaner für gewöhnlich tun: Visitor Center, Stempel holen, Scenic Road abfahren, an den Aussichtspunkten anhalten, Fotos machen und weiter fahren.






Als ich am ersten Punkt, dem Mesa Arch, ankam, war es bereits nach 12 und ich hatte noch ein gehöriges Pensum abzuarbeiten. Trotzdem nahm ich mir die halbe Stunde Zeit, um mir anzusehen, was ich heute morgen 6 Uhr verpaßt hatte. Zumindest, was den Felsen anging. Morgens kommt die Sonne von vorn, was auch so erwünscht war und zauberte ein Motiv in die Landschaft, das hunderttausende jedes Jahr an diesen Punkt führte.
Nun mußte ich mich allerdings mit normalen Lichtbedingungen abfinden, aber zumindest die "hunderttausende" waren alle vollzählig versammelt und erlaubten mir nicht, einfach so meine Bilder zu machen.
Jetzt hieß es: bitte hinten anstellen.
Während der Warterei auf einen schönen Knipsstellplatz lauschte ich, unhöflich wie ich nunmal war,




einem Gespräch zwischen 2 alternder Herren, die beide große, teure Canons um den Hals hängen hatten. O-Ton der Unterhaltung war, daß sie beide Neulinge auf dem Gebiet der Fotografie waren und das sie sich die 5D nur zugelegt hatten, um darin besser zu werden.

Leute!!! Man kauft sich nicht mal eben eine 5D, nur weil man üben will !!! Erstens kostet eine 5D schon ohne Objektiv über 2500€ und zweitens...MAN....das ist, als wenn man einem Fahranfänger einen Ferrari unter den Arsch klemmt.

Ich konnte während der ganzen Unterhaltung nur mit dem Kopf schütteln und hab dann einfach versucht, die Sache mit dem Gedanken abzutun, daß es in Amiland wohl nicht so auf das Geld ankommt. Man baut hier schließlich auch in einem 400-Seelen-Kaff einen 4-spurigen Highway, nur weil der Supermarkt des Ortes etwas außerhalb liegt..



Auch wenn es dem Park nicht gerecht wurde, aber ich machte mich an dieser Stelle wieder auf den Weg zum Auto, denn leider blieb die Zeit nicht meinetwegen stehen. Ich hielt zwar dann noch an allen wichtigen Punkten an, aber nach 3, 4, 5 Fotos saß ich wieder in meinem schwarz-grau-schlammmelierten Schmutzfink und steuerte den nächsten Parkplatz an.





Sollte ich nächstes Jahr wieder in der Ecke hier unterwegs sein, lasse ich mir mehr Zeit. Vorausgesetzt, es kommt nicht wieder was mit Öl und Auto dazwischen.

Ausgiebig Zeit lies ich mir aber am Grand View Point, denn der Ausblick war unglaublich. Die Sonne schien zwar denkbar ungünstig, denn der perfekte Zeitpunkt ist entweder morgens 6 Uhr oder zum Sonnenuntergang. Vielleicht sollte die Parkverwaltung mal über eine Aussichtsplattform an der Südseite des Tapsers nachdenken.







Auf dem Weg zurück hielt ich schon schnell am Shafer Trail Overlook und stellte mir dabei vor, wie ich da zitternd langfahren würde. Ob der Weg auch so kamikazemäßig war, wie der, den ich heute morgen gefahren bin?
Eines Tages werde ich so todesmutig sein, und diesen Weg fahren.
15 Uhr verließ ich schweren Herzens den Canyonlands NP, denn er hatte mir ausnehmend gut gefallen, aber ich „mußte“ ja noch zum toten Pferd.





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