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Direkt zum Thema Hoodoos


Die Wolken hatten hochgerechnet noch ca. 1h Weg, um sich über Page auszuregnen und ich fing das erste Mal an zu grübeln, was ich jetzt anstellen sollte. So wie es aussah, konnte ich das Thema CCR streichen. Jetzt da langzufahren, wäre idiotisch und außerdem hatte ich meine Schaufel nicht dabei.


Trotzdem fuhr ich erstmal zurück nach Norden. Ich wollte unterwegs entscheiden, was ich heute noch so anstellen würde. Erstmal fahren. Vielleicht macht das Wetter ja genau das, was es gestern schon getan hatte: sich um mich drumrum ausregnen.



Die nächsten Meilen schaute ich mehr Richtung Himmel und Wolken, als auf die Straße. Ich kam mir vor, wie beim Margeritenblütenblätter abzupfen. Es wird regnen, es bleibt trocken, es wird regnen, es bleibt trocken…


(BLM-Visitorcenter, Big Water, US-89, Utah)


Ab und an klatschte zwar mal ein Tröpfchen auf die Frontscheibe, aber so richtig wusste das Wetter auch nicht, was es tun sollte. Ich nahm ihm die Entscheidung ab und bog rechts in die CCR ein. Einfach so. Ohne groß darüber nachzudenken, was alles auf mich zukommen könnte.






                 
 
Noch vor den Hinweisschildern, die das BLM aufgestellt hatte, kam mir ein Auto entgegen, welches ich einfach mal so anhielt und die beiden Insassen fragte, wie der Zustand der Strecke sei.


(das Bild paßt nicht richtig zum Text, aber von der CCR hab ich leider kein Foto)


Keine Ahnung, was sie geantwortet hatten, denn erstens verstand ich nur 2 von 10 Worten und zweitens, sah man beiden an, dass sie mich für bescheuert hielten. Naja, immerhin hätten es ja Raub- oder sonstige Mörder sein können und ich halte einfach mal so die Hand aus dem Auto. Aber was soll’s. Spätestens nach 1 Meile werde ich auch alleine rausgefunden haben, wie sich die Piste befahren lässt.



Weiter als 2 oder 3 Meilen bin ich auch gar nicht gefahren. Es machte mir keinen Spaß. Letztes Jahr verleitete mich der Anblick noch dazu, für 2011 das Death Valley mit einzuplanen, heute jedoch sah es hier nur noch trostlos und öde aus. Noch nicht einmal Blümchen oder Kühe waren zu sehen. Und wenn es etwas gibt, was einem keinen Spaß macht, muß man halt aufhören oder wie ich, umdrehen. Es zwingt mich ja keiner, die Strecke zu fahren.



Da es immer noch trocken und die Sonne jetzt öfter zu sehen war, wollte ich den Toadstool Hoodoos auch noch eine Chance geben.


Größere Kartenansicht (Koordinaten Parkplatz an der UT89)


Letztes Jahr kam deren Besuch ja zu kurz, weil ich schon nach 30min fast am verdursten war. Dieses Jahr sollte mir das nicht passieren. Ich nahm auf den Weg zwar wieder nur eine kleine Flasche Wasser mit, aber dieses Jahr war es auch deutlich kühler und der Wind, der letztes Jahr meine Haut mit jedem Schritt mehr und mehr hat austrocknen lassen, war auch nicht so stark.





Insgesamt hielt ich mich 2 Stunden bei den Hoodoos auf und knipste alles Mögliche aus allen möglichen Perspektiven. Am liebsten hätte ich auch noch einen Weg zu den Steinen oben am Rim gesucht, aber das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen.

Knipstechnisch konnte ich mich hier so richtig austoben, denn ich war hier ganz alleine. Wahrscheinlich zogen die meisten heute ein Moteltag jeder anderen Aktivität vor.





Zurück am Auto beobachtete ich ein älteres Ehepaar, dass sich noch nicht sicher schien, was es denn tun wollte.
Während der Mann sich die Infotafeln durchlas und sich bisschen in der Landschaft umschaute, saß seine holde Gattin fast regungslos auf dem Beifahrersitz und blätterte in Broschüren. Während ich meine Schuhe wechselte und bisschen im Auto rumkramte, hab ich sie nicht einmal den Kopf heben sehen. War es schlicht Desinteresse oder war sie tot?

Obwohl: Tote blättern nicht…








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