12. Oktober 2015                                                                           25°C

 

Im Supermarkt des Ortes, also in dem besser sortierten, welcher gestern geschlossen hatte, holte ich schnell noch Wasser und Brot für meine Fahrt. Jaaa, soweit ist es schon gekommen. Ich arme Verkäuferin…


Die 191 bin ich ja nun schon öfter gefahren, dachte ich zumindest. Aber irgendwie kam mir die Strecke total unbekannt vor. Hinter jeder Biegung gab es was Neues zu sehen, von dem ich dachte, ich kannte es schon. Das, was allerdings wirklich neu für mich war, war das Hole ‚N the Rock-Haus. Ich schaffte es nämlich nie vorher abzubremsen und rauschte immer daran vorbei. Diesmal hatte ich es jedoch auf dem Plan und konnte rechtzeitig anhalten.


Vom Haus im Felsen sieht man nur die Eingangstüren, das Grundstück davor kann man sich aber in Ruhe ansehen und hier scheint ein Metallkünstler am Werke gewesen zu sein bzw. wohnt vermutlich hier irgendwo.

 


Autos und Tiere aus Altmetall zusammenzuschweißen, ist sicher kein leichtes Hobby, allerdings hat es sich gelohnt. Noch der passende Motor rein und ab dafür…
Vor einigen Tagen hatte mein Auto die 30.000 Meilenmarke geknackt und ich fragte mich die ganze Zeit, wann denn das berühmte Oil-change-Pling kommen würde und als hätte es die paar Meilen noch ein Auge zugedrückt, plingte es kurz vor Moab, wie schon 2010 und diesmal wollte ich es besser machen. Logischer angehen.
Im Moab hatte ich nur den heutigen Nachmittag Zeit, den ich im Arches verbringen wollte und den morgigen frühen Morgen. Mal schauen, ob ich den Ölwechsel irgendwo dazwischenquetschen kann.
Wieso ich es nicht einfach plingen lies? Na weil es nur am Anfang plingt, wenn ich den Motor starte. Aber je länger ich unterwegs bin, umso häufiger plingt es. Irgendwann plingt es alle 10 Meilen und darauf hatte ich echt keine Lust.


Ich nenne es mal Glück im Unglück, denn im Zentrum Moabs befindet sich ein Fordhändler mit angeschlossener Werkstatt und bevor ich was anderes tat, hielt ich und fragte den netten Herrn am „Empfang“, ob und wann er sich denn meinem Wägelchen mal annehmen könnte, denn dieses Pling beim Motorstart nervt doch ziemlich.
Heute hätte er nichts mehr ab er morgen früh 8 Uhr wäre kein Problem und das Pling könnte er auch direkt abschalten.
Im Nachhinein fragte ich mich, wieso ich nicht NUR das Plingausschalten genommen hab. Sollten sich doch meine Nachfolger um den Ölwechsel kümmern. Aber was solls. Für morgen mußte ich mir also den Wecker stellen.



 

 

             

Auf meiner heutigen To Do Liste stand der Arches NP und nur der und ich wollte den Devils Garden Trail laufen, auf dem ich das letzte Mal 2006 war. Nur war 2006 ein Jahr, in dem ich 9 Jahre jünger und anscheinend auf fitter gewesen war. Heute schaffte ich gerade einmal 1 Meile, wenn überhaupt und es war mir alles zu anstrengend und zu heiß und zu trocken und die Sonne drückte.


Bis zum ehemaligen Wall Arch habe ich es geschafft, dann drehte ich um. Ich konnte mich nicht daran erinnern, daß man wenige Meter weiter einen Steilhang hochkraxeln muß, um weiter den Weg nutzen zu können. Und ich mit meinen Straßenschuhen. Ich könnte jetzt noch viele Ausreden Argumente für meine Umkehr anführen, aber ich belasse es jetzt mal bei der drückenden Hitze.

 

Hatte ich schon erwähnt, daß heute Columbus Day war und somit ein verlängertes freies Wochenende für die Einwohner? Nein? Ich wußte es bis heute Morgen auch nicht, als ich vor einer Rangerstation hielt um mir einen Stempel zu holen. Da las ich es: Closed due the Columbus day Holiday

 

Und ich war der Meinung, er war auch am letzten Montag im Oktober. So kann man sich irren.
Es war kaum 2 Uhr am Nachmittag und ich bemerkte ein kleines Loch namens Hunger in meinem Bauch und da Margret nur noch den Aussichtspunkt auf den Delicate Arch einprogrammiert hatte, beschloss ich mal wieder eine kleine Tagesplanänderung.

 

Frühstück bei dennys in Moab und den Nachmittag verbringe im Canyonlands NP. Liegt ja quasi umme Ecke. Was sind hier schon 50km?
Bei dennys gab es dann seit langer Zeit mal kein Trinkgeld für die Kellnerin, wobei ich eigentlich nicht das Wort Kellnerin benutzen wollte. Eine Kellnerin weiß, was sie tut.
Diese junge Dame tat den Job anscheinend erst den 2. Tag. Sie wußte, wo die Tische standen und wie man Bestellungen aufnimmt. Dass man mit dem zahlenden Gast auch kommunizieren sollte, lernt sie vermutlich erst nächste Woche.
Sie wechselte mit mir 3 Sätze: Was möchten Sie? Hashbrowns oder Toast? Und beim Hinlegen meiner Rechnung fragte sie: Noch einen Wunsch?
Das war alles.
Das Essen kam wortlos und auch die Zwischenfragen, ob es schmeckt oder ob es noch etwas sein darf, fehlten ganz. Außerdem waren die Kartoffeln überwürzt, der Toast kalt und das Fleisch zäh.
An der Kasse liess man mich dann ebenfalls warten, weil niemand sich im Stande sah, die Registrierkassezu benutzen. No tip !


Der Canyonlands NP ist ein Park, den man von der richtigen Seite angehen muß. Island in the Sky ist die falsche. Klar kann man dort den Mesa Arch und den Schafer Trail am Morgen besuchen und es sieht toll aus, aber ich war am Nachmittag hier und da steht die Sonne für diese beiden Sachen extrem ungünstig. Genauso wie für den Dinotapser am Ende der Straße. Außer Sonne sieht man nix. Dann dachte ich, mach ich doch mal was anderes. Hier gibt es noch den Upheaval Dome, der über eine Stichstraße zu erreichen ist und über den man im Internet so gut wie nichts sieht, weil alle nur die Hauptstraße nehmen.





Und ich weiß jetzt auch, wieso er eher stiefmütterlich behandelt wird. Der Trail dahin ist 1 Meile lang. Und ehrlich? Wenn ich soweit laufen gewollte hätte, wäre ich den Devils Garden Trail nach oben gekraxelt.



Auf dem Weg zurück nach Moab hielt ich noch schnell am Green River Overlook, aber auch er konnte mich nicht wirklich begeistern. Die Sonne…
Die einzig schöne Erinnerung an den Park habe ich vom Needles District und dem Chesler Park Trail, den ich 2010 gelaufen war. Dort konnte man den Park wirklich „anfassen“. Hier wo ich jetzt war, sah es immer aus, als schaute man aus einem Flieger.



Trotzdem würde ich diesen Tag als erfolgreich betiteln. Ich habe seit 1 Woche durchgehend schönes warmes Wetter und strahlend blauen Himmel. Alles klappt, wie es soll und ich sehe jeden Tag etwas anderes. Allerdings würde ich NICHT so reisen, hätte ich einen Ersttäter dabei. Sogar ICH werde langsam müde und kann die gewonnenen Eindrücke gar nicht so schnell verarbeiten, wie sie auf mich einprasseln und ich bin ja schon einiges gewohnt.


Motel: Super 8, Moab

 


Gefahrene Meilen: 232



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