Freitag, 29. September


Wenn man alle geplanten Punkte des Tages ansah, konnte es nur eng werden. Es waren mehr als 500km und zumindest an einem Punkt würde ich mit Sicherheit mehr als eine Stunde zubringen. Oh ja, eng.

Außerdem hatte ich gestern Abend noch für Schuhe recherchiert, die man bei mir bestellt hat und der Laden öffnete erst 10 Uhr. Man, das wird eng.


Hätte ich das Frühstück gegen 12 Uhr weggelassen, hätte ich vermutlich alles geschafft, aber was solls. Komm ich halt irgendwann noch einmal hierher.
Die ersten beiden Stopps waren nur mit Führungen zu besichtigen. Sowas mag ich ja. Alte Betten angucken, während jemand voller Inbrunst erzählt, was da früher bei der für sie bekannten Person mal gelaufen war. Die beiden Häuschen der Ex-Präsidenten standen schon lange leer. Sehr lange. Es war mir also egal, ob ich mir den Krempel ansehen durfte oder nicht.
Zwischen dem ersten und dem 2. Präsidenten mußte ich 100km Landstraße fahren, weil auf der I90 Maut verlangt wurde.
Wenn man immer vorher wüßte, was es kostet, würde ich nicht immer Highways vermeiden. Wäre schön, wenn Navis nicht nur melden, daß eine Mautstraße kommt, sondern auch, was es kostet, wenn man darauf von A nach B fährt. Vielleicht liest das hier jemand von TomTom..




Es war schon recht spät, als ich in Buffalo ankam und deswegen blieb mir nix anderes übrig, als 2 Leuchttürme zu canceln. Schon blöd, wenn die meisten Einrichtungen 17 Uhr schließen und es 19 Uhr stockeduster ist.
Mein erster Eindruck von Buffalo, New York war: hier möchte ich nicht tot überm Zaun hängen. 10 Meilen halb abgerissenes Industriegelände und Hafengegend. Wie es da aussah, kann sich jeder bildlich vorstellen.
Ich mußte noch bis zur äußersten nordwestlichen Ecke der Gegend und es war bereits halb 4. Das Fort schloß 17 Uhr. Wenn ich zuerst zu den Niagarafällen fahre, schaffe ich es nicht mehr. Also tauschte ich die beiden Location, stellte mich in den Stau und war 16:30 Uhr am Fort.




An der Tür stand: closed
Ich war eh schon relativ nah am angepisst sein, weil heute nichts wirklich klappte bzw. ich nichts gesehen hatte, was ich wollte, von Fotos mal ganz zu schweigen und dann sperren die die Hütte schon eine halbe Stunde vor der Zeit ab.
Als dann eine japanische Reisegruppe angeschlendert kam, war allerdings meine Zeit gekommen. Sie wurden nämlich hereingelassen. Ich war daher frech und fragte, ob ich wenigstens stempeln dufte…

Durfte ich.

Kommen wir jetzt zum Dilemma des Tages.
Seit Wochen wußte ich, daß ich am Freitag den 29. September die Niagarafälle sehen werde und was war jetzt?
Ich hatte noch 173km bis zum Motel und 18:30 Uhr geht die Sonne unter. Wenn ich jetzt noch zu den Fällen fahre, einen Parkplatz suche, mindestens 1 Stunde lang die Fälle knipse, dann bin ich nicht vor 20/21 Uhr in Rochester.
Was tun?

Vertagen.
Nächsten Donnerstag bin ich ja auf der kanadischen Seite einen kompletten Tag in Niagara Falls und nächtige auch fast direkt am Wasser.
Hatte ich schon erwähnt, daß ich heute außer dem Frühstück und dem Leuchtturm, an dem ich grad stand, keine Fotos geschossen hatte?
Habe ich nur 2 bis 3 Ziele am Tag, bin ich Mittag durch und bei 6-7 Sachen, schaffe ich nur die Hälfte und davon sind 100% geschlossen. Irgendwas mache ich falsch.

Und es helfen auch keine whatsapp von Kollegen, die sich darüber lustig machen, wie ich meine Reisen plane und daß ich alles falsch mache.
Die Fahrt in den Feierabend war dagegen recht angenehm. Die Landschaft war schön, die Sonne kam von hinten und tauchte alles in ein schönes Orange, es gab jede Menge geschmückte Häuser zu sehen, da ja Halloween vor der Tür steht und ich war pünktlich im Halbdunkel im Motel.


Microtels sind die bessere Kategorie bei Wyndhams.
Das hier war allerdings mehr Schein als Sein. Im ersten Zimmer tropfte mal wieder das Klo und als ich die Badezimmertür schloß, um herauszufinden, ob ich das Tropfen nachts ignorieren kann, merkte ich, daß ich die Tür vermutlich für immer geschlossen hatte. Der Knauf ließ sich nicht drehen. Was wäre gewesen, wenn ich IM Bad wäre? Würde man mich schreien hören?
Bates Motel.


Das zweite Zimmer war besser. Allerdings merkte ich jetzt erst, daß außer einem Kühlschrank, den kein Mensch braucht, nix weiter an Ausstattung da war. Also weder Kaffeemaschine, noch Mikrowelle oder Bügeleisen, was normalerweise in jeder kleinen Bruchbude anzutreffen ist.

Was mache ich morgen früh ohne Kaffee?

Fazit des Tages:

auf der einen Seite der Reinfall des Urlaubs, auf der anderen Seite: was wäre die Alternative in Dt. gewesen?

Ich möchte keine Sekunde des Tages tauschen.