Donnerstag, 18. Mai 2006   



Den heutigen Tag haben wir gemütlich angehen lassen. Hühnchen hätte wieder bis irgendwann nachmittag schlafen können, aber ich war schließlich nicht hier, um den Faulen raushängen zu lassen.

Auf dem Plan stand heute: gar nichts.

Bisher wußte ich immer, wo ich wann bin, was es zu sehen gibt und wie lange man dafür braucht. Für die letzten 3 Tage hatte ich nur: San Francisco aufgeschrieben. Egal, irgendwas wird sich schon finden lassen. Nach einem lausigen Kaffee sind wir mit der F bis zur 3. Straße gefahren und haben uns aufgemacht, China Town zu suchen. Schon nach 3 Straßen wurden wir fündig.



  


Aber irgendwie hatten wir das "Eingangstor" verpaßt. Aber auch so war es hier schon recht sehenswert, wenn auch etwas merkwürdig. Überall Chinesen, Japaner und jede Menge Läden mit allem möglichen Kitsch und Krempel. Ich kam mir vor, wie auf dem Polenmarkt, nur eben mit Chinesen. Ja, es war schon faszinierend, aber irgendwann ging einem der Lärm, die Musik, der Duft und das Gebrabbel der Sprache gehörig auf die Nerven.



Dann doch lieber 24h am Tag gequirltes englisch
.
Der Weg führte uns dann weiter in Richtung Coit Tower. Dieser Turm wurde zu Ehren von Lillie Hitchcock Coit errichtet. Nach ihrem Tod hinterlies sie der Stadt 100.000,-$ zur Verschönerung der Stadt, die in den Bau des Turmes investiert wurden. Mrs. Coit war eine große Verehrerin der Feuerwehr von San Francisco und so wurde der Turm zu Ehren dieser im Jahre 1934 errichtet.                 

  



  

Das die Stadt auf zig Hügeln erbaut wurde, merkten wir auf dem Weg zum Turm allzu deutlich. Aber einer bestimmten Prozentzahl an Steigung hat man Treppen in den Gehweg gebaut. Eine weise Entscheidung, wie ich fand. Mir kam es vor wie Stunden, als wir endlich den Turm erreichten. Man, was waren wir am keuchen. Aber es hat sich auch diesmal wieder gelohnt. Die Sicht war zwar durch den Nebel weiterhin eingeschränkt, aber man sah trotzdem bis zu Alcatraz. Auch das Pier, oder heißt es "den" Pier?, 39 und jede Menge Straßen, die hoch und runter gingen. Die Fahrt auf den Turm kostet pro Person 3,50$. Beim derzeitigen Kurs ein angemessener Preis.                      

  

Der Chinese, der den Aufzug bediente, erzählte während der Fahrt nach oben die Geschichte des Towers in englisch mit chinesischem Akzent. Seine Art zu reden, konnte einem auch in Hypnose versetzen. Nunja, wenn er die Geschichte jedes mal erzählt, dann versteht man es auch.

Oben angekommen, war die Sicht leider nicht besser geworden. Noch dazu, weil aus lauter Vorsicht jeder Ausguck mit einer Scheibe gesichert war, die es seit Jahren dringend nötig hatten, geputzt zu werden. Dementsprechend sahen auch die Fotos aus.
Wir hielten uns auch nicht lange da oben auf, denn wir wollten heute noch viel sehen. Ich sag das jetzt einfach mal so, obwohl ich immernoch keinen Plan hatte.
Mittlerweile war es 12 Uhr Mittag und unsere Mägen meldeten sich.
Wir beschlossen, etwas zu essen. Aber was? Auf dem Weg zurück zur Marketstreet kamen wir an einer Pizzereria vorbei.
Wir genehmigten uns eine Medium (35cm) und während wir so da saßen und kauten, sagte Hühnchen plötzlich: "Ist das da draußen Sonne, was ich da seh?"

Jou... Sonne. Blauer Himmel.



Was macht man in San Francisco, wenn sich der Himmel zeigt und die Sonne scheint? Richtig, man nimmt die Beine in die Hand und begiebt sich so schnell wie möglich zum Motel um das Auto zu holen. Ok, man kann auch mit dem Bus zur Brücke fahren, aber das ist nur halb so spannend.

Nach 2 Stunden war es endlich so weit. Die Brücke und blauer Himmel. Jaaa, ok, sie lag am oberen Ende der Pfeiler immernoch im Nebel, aber wir hofften das Beste. Wir haben in den nächsten ein einhalb Stunden jeden Aussichtspunkt abgeklappert, der uns zur Verfügung stand. man, war das hier oben windig. Aber wenigstens lies uns der blaue Himmel nicht im Stich.                

  

Ja, es war schon toll hier.  


Ich habe im Internet auch Fotos gesehn, die von unterhalb der Brücke aufgenommen wurden. Leider haben wir keine Straße finden können, die uns dahin gebracht hätte. Also gibts nur die "üblichen" Bilder zu sehen.



Es war erst halb 4 Uhr nachmittags. Also noch Zeit etwas zu unternehmen. Aber was?
Ob wir noch einmal versuchen sollten, Richtung Süden zu fahren? Noch einmal an den Pacific?
Ok, los gehts. Diesmal hatten wir es aber einfacher, die richtige Straße zu finden. Einmal rechts abbiegen und wir waren auf der I1 Richtung South.



Irgendwo am Straßenrand stand ein Hinweisschild: HWY Nr.1 in 7 Miles gesperrt. Ok, Hinweis erhalten. Wenn es soweit ist, wird sicher ein neuer Hinweis zu sehen sein, wie und wo man weiterfahren kann.

Kurz vor Pacifica kamen wir an einem öffentlich zugänglichen Strand vorbei und mußten selbstverständlich anhalten. Man,war das lausig kalt und windig. Aber das hielt zig Surfer nicht davon ab, sich mit den Wellen abzugeben. Ok, sie waren nicht besonders hoch, aber schon allein der Anblick war herrlich. Und es sah so kinderleicht aus, wie sie eine Welle abwarteten, sich auf's Brett schwangen und surften. Toll. Aber bei diesen Temperaturen, und ich möchte an dieser Stelle nicht wissen, wie kalt das Wasser war, habe ich keine Lust, es jemals auszuprobieren.


Wir fuhren dann auf die 1 weiter bis nach Pacifica. Und da standen wir dann: an 2 Schildern und einigen Kegeln, die quer über die Straße drapiert waren. Wer jetzt allerdings denkt, auf einem der 2 Schilder stand geschrieben, wie man nun weiterfahren muß, der irrt. Und zwar gewaltig. Die Straße war zu und das sollte sich die nächsten Minuten auch nicht ändern. Jetzt gab es 3 Alternativen: entweder rechts, links oder zurück. Zurück? Nein, dafür war es noch zu früh am Tag. Also erstmal rechts.
Nach 2 km sind wir umgedreht.
2. Alternative: links: Auch das führte uns nicht Richtung Meer. Unsere Laune wurde von Minute zu Minute besser. Was ich für Schimpfwörter beherrsche, erwähne ich hier mal besser nicht.
Zurück nach Pacifica.
Am Straßenrand war ein Hinweisschild auf ein Visitor Center. Vielleicht konnten die uns weiter helfen.
Ja, sie konten. (Muß man tatsächlich jedesmal irgendwo anhalten und fragen, bevor man Infos bekommt?) Die Straße war wegen irgendeinem Rutsch oder Umbau gesperrt. Die einzigste Alternative war über die I280 und dann auf die 92 Richtung Half Moon Bay.
Hm... ok. Aber nicht mehr heute. Das machen wir dann morgen früh, denn da sollte auch noch wenig los sein, auf den Straßen.


Der Rückweg führte uns über die 1 durch den Golden Gate Park. Ich hatte gelesen, daß es hier einen japanischen Teegarten gibt. Er lag irgendwo auf der linken Seite der Straße. Wow, hier war sogar alles ausgeschildert. Zum botanischen Garten, zum Teegarten und zum Young Museum bitte rechts abbiegen auf die M.Luther King St.

Und dann? Wieder ein Schild: botanischer Garten links.... young Museum rechts. Und wo war der Teegarten?



Also weiter. Häää? Häuser? Wieso Häuser? Waren wir schon wieder draußen? Ich denke, der Park ist 4km lang? Hm... also wenden. (Von wegen gute Ausschilderung)
Wir haben dann einfach rechts geparkt und sind zu Fuß weiter. Und da sahen wir das Schild (20x20cm) zum Teegarten. Es stand hinter der Abzweigung auf der linken Seite und man hätte es erst gesehn, wenn man bereits richtig abgebogen wäre. Die spinnen die Amis.

  


Egal, nun waren wir ja da und Gott sei Dank war es nach 17Uhr abend, sodaß wir nichts mehr an Eintritt bezahlen mußten. Und der Stop hatte sich wirklich gelohnt. Es war bezaubernd.
Schade, daß der Garten so klein ist. Nach einer halben Stunde und zig Fotos reicher, waren wir wieder draußen.
Der letzte Abstecher des Tages ging zu den Painted Ladys am Alamo Square. Und wir haben uns dahin nicht einmal verfahren, dank meiner ausgezeichneten Kartenlesekunst. *hust*



Schade nur, daß mein Chip in der Kamera nur noch 4 Fotos zulies. Aber ist nicht schlimm, dann kommen wir halt morgen noch einmal hier her. Knipst man die Häuschen mit dem Hintergrund des Financial Districts eigentlich weil es so toll aussieht oder weil "Full House" sich dieses Bild zu eigen gemacht hat?

Aber schön ist es schon anzuschaun.

Und wieder ging ein mit Erlebnissen vollgestopfter Tag zuende. Ob wir es je alles verarbeiten können?


Gefahrene Meilen: 110


Freitag, 19. Mai 2006

 

Hühnchen wollte unbedingt noch einmal in ein Outletcenter. Ich allerdings nicht. Aber was blieb mir schon anderes übrig? Laut Internet befand sich eins irgendwo in SoMa. Und wie es kommen mußte, fanden wir alles, nur kein Outlet. Wir haben dann beschlossen, doch noch einmal an den Pacific zu fahren. Diesmal aber nicht die 1, sondern den Umweg über die 280 und 92. Das Wetter war nicht das Beste, aber wenigstens trocken war es. Nach ca. 1 Stunde waren wir dann endlich am Meer. Der erste Stop war aber alles andere, als erfolgreich. Um sich das Meer und den Strand anzusehen, verlangten die 6$ Parkgebühren. Und wie reagierte Schulze? "Ne, nich mit mir...!"



Irgendwo gab es bestimmt eine Stelle, wo man nichts bezahlen mußte.                 Ich hatte recht. Im Laufe unserer Fahrt kamen wir noch an einigen Stellen vorbei, an denen man auch ohne zu zahlen anhalten konnte um Fotos zu machen. Der graue Himmel und das Meer vermischten sich zwar am Horizont, aber das sollte uns nicht stören. Was allerdings nicht so schön war, war dieser Geruch. Ihn zu beschreiben ist nicht einfach. Denn es roch irgendwie nicht nach Meer oder Fisch oder Salz. Es war eine Mischung aus allem und dann doch wieder nicht. Jedenfalls machte er keine Lust darauf, sich eine Decke zu schnappen und sich an den Strand zu legen.



Er nahm einem auch jeglichen Appetit. Ich schreibe hier immer von Strand. Man sollte sich aber von den Vorstellungen verabschieden, daß es sich hier um etwas handelt, wo man gemütlich einen ganzen tag zubringen könnte. Dafür ist es eindeutig zu kalt, zu windig, eher stürmisch und zu verlassen. Auch sind die Wellen für eben mal 10 min schwimmen viel zu hoch. Gibt es hier nicht sogar Haie? Und dann, wie gesagt, der Geruch....   


            
Um Haaresbreite wäre dann auch noch der Autoschlüssel für immer verschwunden gewesen, weil das "dumme" Huhn ihn aus ihrer Hosentasche verloren hatte. Aber nicht irgendwo, sondern genau dort, wo die Wellen ans Ufer schwappen. Ich sags mal so: Glück gehabt. 


             
Ich weiß nicht mehr, wieder Ort hieß, bis zu dem wir gefahren sind, aber es stand auf alle Fälle ein Leuchtturm dort. Das war der letzte Punkt unserer Fahrt entlang der Küste, denn es hatte angefangen zu regnen und irgendwie sah hier das Meer und die Küste überall gleich aus.


Zurück in der Stadt haben wir unser Auto am Motel abgestellt und sind nach einer kurzen Pause noch einmal Richtung Hochhäuser gefahren. Ich hatte mal etwas davon gelesen, daß der Union Square, der Russian und der Nob Hill interessant und sehenswert seien. Nunja... Das Wetter war immernoch nicht das Beste und der Regenschirm war unser ständiger Begleiter. Was den Union Square ausmacht, erkannten wir nach den ersten 5 Minuten: Es war sowas wie die 5th Ave von New York, nur eben in San Francisco. Teure Läden... eines nach dem anderen. Naja, wer's braucht..

  

Eine Linie der Cable Car kam hier lang. Diesmal beschlossen wir, uns einen anständigen Platz zu suchen. Als sie vor uns hielt, waren "leider" nur noch Plätze auf dem Trittbrett frei. Na sowas von ärgerlich


Es verlangt einiges Geschick, sich festzuhalten, die Tickets zu zeigen und gleichzeitig Fotos zu machen. Schade, daß unsere Videokamera den Geist aufgegeben hatte. Es wäre ein tolles Video geworden.

In der Nähe des Russian Hill sind wir abgesprungen. Das ständige auf und ab des Weges hat uns doch ganz schön geschlaucht, sodaß wir beschlossen, die Russen Russen sein zu lassen und uns lieber das interessante Stück der Lombard Street anzusehn. Es regnete immernoch. Schade. Diese Straße und blauer Himmel ergaben bestimmt ein interessantes Bild.     

  

Wir waren schon ziemlich durchgeweicht und so wollten wir mit der Linie 30, die am Südende der Lombard Street langfuhr, zurück zur Market Street fahren. Aber wie es kommen mußte, fuhr dieser Bus nur in südlicher Richtung, obwohl sie am Ende wendete, kamen wir an keiner Haltestelle vorbei. Wir haben es auch so bis zur Hauptstraße geschafft und kamen auch noch am Tor zu den Chinesen vorbei.


Vorletzte Amtshandlung des Tages: Pizza

Also eins muß man den Amis lassen: Davon verstehen sie was.

Da der Himmel aufgehört hatte zu weinen und sich jede Menge Blau zeigte, beschlossen wir kurzfristig uns die Brücke bei Nacht anzusehn. Wir ruhten uns etwas aus, packten schonmal alles, was wir nicht mehr brauchten in die Koffer und Taschen und fuhren dann gegen 23.30 Uhr Richtung Norden. Und sie lag in all ihrer Pracht vor uns. Und ohne jeglichen Dunst, Nebel oder Wolken. Einfach fantastisch.


Wir sind jeden Aussichtspunkt angefahren und haben zig Fotos geschossen. Und kaum waren wir fertig, kam die nächste Nebelwand die Berge heruntergerollt.



Auf der Stadtseite haben wir ebenfalls noch unsere Runden gedreht um ein schönes Foto der Brücke machen zu können. Leider ist dort die auswahl begrenzt. Von dort aus sahen wir dann die Brücke zum letzten Mal für diesen Urlaub, denn es war die Nacht vor unserem Heimflug.                

  

Ich frage mich immer, wieso 3 Wochen Urlaub so schnell vorbei sind. Haben wir tatsächlich so viel gesehen und erlebt? Das kann doch nicht sein, oder? Und diesmal bin ich froh, daß ich mir die Mühe gemacht hatte, alles aufzuschreiben. Da in diesen 3 Wochen nichts so war, wie man es gewohnt ist, weder die Unterkunft, noch das Essen, die menschen, die Gegend etc. hat man doch einiges zu verarbeiten. Und aufschreiben hilft da ungemein. Ich hätte es bei meinem 1. USA-Besuch auch machen sollen. Aber dafür ist es nun leider zu spät.

Zurück im Motelzimmer haben wir sofort die Bilder auf's Notebook gespielt und waren erstaunt, wie gut sie doch geworden sind. Der Kauf des Statives hat sich wirklich bezahlt gemacht.


Gefahrene Meilen: 80



Samstag, 20. Mai 2006

 

Unser letzter Tag.

Jetzt wurde es ernst. Bekommen wir die Koffer zu? Hühnchen hatte ja einiges mehr an "Mitbringseln" gekauft, als ich. Aber nach einigen Drück- u. Pressversuchen hat sich es dann auch geschafft, alle Koffer zu schließen. Im Zimmer hinterließen wir dann einen "winzigen" Müllberg aus der Kühlbox, zig Tüten und leeren Gallonen und sonstigem Krimskrams. Die Putzfrau wird sich sicher bedanken. Da wir sie die ganzen 3 Tage nichts ins Zimmer gelassen hatten, putzt sie bestimmt heute noch.

Das Auschecken verlief zügig und die Rechnung von 201$ übernahm Hühnchen.  Glück gehabt

So und nun?

Unser Flug ging kurz nach 7 Uhr abends. Wir hatten also noch einige Stunden Zeit. Nach langem hin und her haben wir beschlossen, noch einmal zu den Painted Ladys zu fahren und danach in den Park.
Nach dem ersten Fotostop meldete sich das 1.mal unsere Warnblinke für den Tank. Und da wir das Auto noch nie so leer gefahrn hatten suchten wir uns schnell noch eine Tankstelle. 5$ sollten aber reichen. Und wie es immer ist, wenn man etwas sucht, dann wenn man es am nötigsten braucht, findet man es nicht. Egal, dann fahren wir eben erst in den Park und tanken dann auf dem Weg zum Airport.


Mit der Karte auf dem Schoß gab ich Hühnchen Anweisungen, an welcher Straße sie links abbiegen kann um in den Golden Gate Park zu kommen. Es gab ungefähr 6 Möglichkeiten: Eine, bei der man in einer Tiefgarage landete, 4 bei denen es verboten war, links abzubiegen und eine, an der wir fast vorbeigerauscht wären.

Ich sag ja: Ausschilderungen.

So, und jetzt?                   


Wo wollen wir hin? Zum botanischen Garten? Oder doch lieber einfach nur rumlaufen?



Der Garten kostet bestimmt Eintritt. Also haben wir unser Auto in irgendeine Nebenstraße hinter andere Autos gestellt und sind losmarschiert. Wir haben einen Rundkurs um einen See eingeschlagen, an dem eine Art japanisches Teehäuschen stand. Um diesen See herum wurden Tauben und Möwen von Einheimischen gefüttert.               


Nach 2 Stunden des Auf und Abs und links rum und rechts rum begaben wir uns wieder Richtung Auto.                    


Dachten wir zumindest. Aber irgendwie wußten wir wiedermal nicht, wo es stand. Irgendwo dahinten, oder war es eher dort drüben? Es stand vor einer Brücke. Aber davon gabs hier mehrere. Oh Mann, wie ich diese Sucherei haßte. Wir haben noch einmal ne halbe Stunde damit zugebracht, den Parkplatz zu finden. Es war zwar erst 2 Uhr, aber wer weiß, wie schnell wir zum Flughafen kamen?

Aber erstmal tanken. Wir fuhren die 1 Richtung Süden, denn wir wußten, daß sie automatisch auf die 280 und dann auf die 101 gelangt. Die Tanke war schnell gefunden. Diesmal eine, bei der man einen zipcode eingeben mußte. Aber es klappte tadellos.
Ab jetzt hieß es aufpassen. Den Flughafen zu finden ist eine Sache, das Auto an der richtigen Stelle abgeben, eine andere. Wir haben ja die letzten Wochen gelernt, daß Ausschilderungen nicht dort zu finden sind, wo man sie am nötigsten braucht. Und jetzt falsch fahren, darauf hatte ich nun wirklich keine Lust.

Ich konnte mich noch an die Anfahrt in Denver erinnern. Dort war es ganz simpel. Man richtete sich einfach nach der Airline, mit der man flog. War man richtig, stand auch schon ein Schild da, von wegen Autovermietung. Sich dort zu verfahren war praktisch unmöglich.

Aber war es hier auch so?

Mitnichten.

Airport rechts. Danach zu Rental Cars gaaaaaaanz links einordnen. Da wir aber auf der gaaaanz rechten Spur waren und der Highway mindestens 6 Spuren hatte und wir innerhalb von 100m nicht bis nach gaaaaaanz links rüber kamen, kam es wie es kommen mußte: wir waren falsch. nein,ich sage jetzt kein Schimpfwort.

Naja, irgendwo mußten wir umdrehen. Aber macht das mal auf nem Highway. Wir sind dann die nächste Abfahrt runter und dachten, da wird schon ein Schild stehen, wo es langgeht oder wo wir waren.

Schon wieder getäuscht.



Nach ewigem Rumgegurke kamen wir dann doch wieder auf die 101 nach Norden. Auch da gab es einen Hinweis auf Rental Car. Da stand dann sinngemäß: nächste rechts.

Ok, wir rechts. Als wir auf der Abfahrt waren, lasen wir ein großes Schild am Highway: Rental Car 2. Abfahrt rechts.

Langsam begann mein Blut zu kochen. Wer sich solche Schilder hat einfallen lassen, den sollte man...... ich bin gaaaaaanz ruhig.

Wir waren wieder auf der 280 nach Westen.

Das gleiche Spiel wie eben. Nächste Abfahrt runter, unter dem Highway durch und auf der anderen Seite wieder drauf. Und nun jaaaaaaaaaaa nicht irgendeine Spur verpassen. Also: erst rechts auf den Highway Nr. 101, geklappt, dann wieder rechts Richtung Airport , auch geklappt, und dann ungeachtet jeglichen Gehupes links über 6 Spuren rüberschießen, damit wir die linke(!) Abfahrt zu den Mietstationen nicht verpassen.

Puuuuuh.... diesmal hats geklappt. Wir waren richtig.

Dann ging es rechts, links, geradeaus, wieder rechts und danach in ein Parkhaus, in dem jede Vermietstation eine eigene Etage hatte.

Bei Alamo angekommen überreichte uns der Servicemann eine Quittung, wir räumten das Auto aus und verabschiedeten uns von ihm. Er hat uns immer gute Dienste geleistet und uns nie im Stich gelassen. Wir werden unser gutes Auto wirklich vermissen.
Damit war die Sucherei aber noch lange nicht zuende. Wo mußten wir nun hin? Gab es hier auch Shuttelbusse, die einem zum Flughafen bringen?
Natürlich NICHT. Man mußte mit der Bahn fahren.
Wir waren im 3. Stock. Laut Fahrstuhl war die Airporttram im 1. Stock. Wir also bis runter. Unten angekommen, sagte uns ein netter Mitarbeiter, daß der Zug im 2. Stock wegfährt. Bin ich wirklich so blöd? (Ich verbitte mir jegliche Reaktion!!)

Ok, ab in den 2. und in den Zug. Das hätten wir. Nur zu dumm, daß der Zug an mindestens 6 Stellen hält. Wo müssen wir also aussteigen? Unsere Maschine war eine United. Logischerweise stiegen wir also bei United aus. Auf meinem Ticket stand Terminal 1. Im Zug jedoch war United in Terminal 3. Ich hab mich einfach nach dem Zug gerichtet.



Der Schalter war auch schon nach wenigen Minuten gefunden und wir stellten uns an. Sage und schreibe 90 min haben wir mit warten zugebracht. Nicht, daß die Schlange davor so lang war, aber wenn man nur 3 "Spitzenkräfte" am Check Inn stehen hat, die mit jedem Passagier Smalltalk halten müssen und jeder 2. Reisende ein Problemfall ist, dann kann es schonmal zu geringen Verzögerungen kommen. Wie ich das hasse. Nach einer Stunde hat man dann die Top-Crew mit 2 Leute verstärkt. Ob es jetzt schneller ging?

Wieso sollte es?

Irgendwann waren wir dann dran und meine erste Frage, denn sicher ist sicher, war: We are right, to flight to London?

She said: NO

N O O O ??????

Wie kann man das jetzt beschreiben, was in mir vorging?

Sie brabbelte noch irgendetwas von Inlandsflügen und schickte uns eine Tür weiter zu den Internationalen. Da denkt man, wenn Franzosen und Japaner am Schalter stehen, wird man richtig sein, aber auch dieses mal haben wir uns gewaltig geirrt.                


Der internationale Schalter war noch nicht offen. Wir haben uns also noch einmal bequem gemacht und was gegessen. Nach einer Stunde konnten wir dann auch einchecken. Ich weiß nicht genau wieso, aber auf der Boardingkarte standen keine Sitznummern. Als ich fragte, sagte sie sowas wie: die bekommen sie beim einsteigen.

Das muß ich jetzt nicht verstehen. Aber sie wird schon wissen, was sie tut.

Dann mußten wir uns noch einmal ausziehen und durchleuchten lassen und waren endlich am Gate 92. Jaaa und wieder hatten wir ein schreinendes und plärrendes Kind an Bord. Noch so eine Sache, die ich unendlich liebe. Wieso tut man Kindern, die noch nicht einmal richtig laufen können einen 10-Stundenflug an????

Ich sagte, wenn dieses Kind neben mir sitzt und plärrt, spring ich während des Fluges ab. Das hält ja kein Mensch aus.

Am Schalter fragte ich dann einen Mitarbeiter, wieso ich keine Platznummer habe. Seine Antwort: wir rufen sie dann aus. Im Laufe der nächsten Minuten wurden noch Upgrades auf 1. und 2. Klasse zu Supersonderpreisen angeboten. Hatten sie wiedermal mehr Passagiere als Sitze?

Das Ende vom Lied. Hühnchen und ich saßen nicht nebeneinander sondern um eine Reihe versetzt. Klasse.


Mir war das relativ egal, ich wollte eigentlich nur noch so schnell wie möglich aus diesem Chaos raus. Meine Sitznachbarin war eine Japanerin oder doch Inderin?
Ihr englisch war eher dürftig und so war ich ihr Dolmetscher.


Nach 9,5 Stunden waren wir endlich in London und ich war hundemüde. Wie man bei diesem Lärm im Flieger schlafen kann, war mir ein Rätsel. Der Anschlußflug dauerte noch etwas. Ich hab mich dann etwas bei den anderen 1000 Wartenden hingelegt und einige Minuten gedöst.

Der Flug nach Frankfurt war in einer Stunde gegessen und so landeten wir fast pünktlich 19:45 Uhr in Deutschland.

Und alles war vorbei.





Gefahrene Meilen: 30




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