Samstag, 6. Mai 2006


                    


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Immernoch kein Internet.  Langsam werd ich böse. Ich hatte doch versprochen, mich mind. 1x am Tag zu melden. In D. war es ja schon 16 Uhr durch. Aber wenigstens funktionierte das Handy.
Gegen 9 Uhr haben wir unsere Zelte abgebrochen, ausgecheckt und sind noch einmal in den Arches NP gefahren. Die Windows Sektion wollten wir uns noch

   



Wir hatten strahlend blauen Himmel und.......... einen ganzen Bus Franzosen vor uns. Wir haben uns also hinten angestellt und sind mit ihnen zum Double Arch gestiefelt. Der Reiseleiter dieser Gruppe scheint schon des öfteren hier gewesen zu sein... oder er war von hier? Er lief nämlich in einem Affentempo in den Arch hinein. Und das kuriose daran: barfuß. Er kletterte auf einen Felsen im Bogen und war nun das perfekte Fotomotiv. mystisch



   


Da wir gut in der Zeit lagen, sind wir auch noch zum North Window gegangen. Windig wars dort. Wenn man unter diesen Bögen steht, hat man, bzw. mir ging es so, einen wahnsinnigen Respekt. Was ist, wenn plötzlich ein Stein runterkommt? Oder wenn der ganze Bogen in sich zusammenfällt? Aber es ist Gott sei Dank nichts passiert.



Unser heutiges Etappenziel ist Bluff. So hab ich es mir jedenfalls eingebildet. Aber heutzutage kann man sich ja auf nichts mehr verlassen. In Moab haben wir dann noch einmal an jedem Hotel und überall dort angehalten, wo mein Notebook ein freies Netz angezeigt hat. Aber irgendwie wollte es nicht. Jedesmal, wenn ich mich einwählen wollte, war das Signal weg. Es war zum verzweifeln. Ich hab die Welt nicht mehr verstanden.
Mit Wut und Unverständnis im Bauch sind wir nun die 191 weiter Richtung Süden gefahren. Auch in Monticello haben wir unser Glück versucht. Null

Kurz nach Mittag haben wir Bluff erreicht. Ein kleines Nest mitten im Nichts. Eingebettet in rote Felsen. Ich frag mich bei solchen Orten immer, von was die Leute hier leben. Was tun sie den ganzen Tag? Ich glaub, ich würd vor Langeweile sterben.
Wir haben im Kokopelli Inn eingecheckt. Ein nettes und wie es aussah, neues Motel zu moderaten Preisen. Wir haben 60$ für die Nacht bezahlt. Allerdings hatten wir keinen Inernetanschluß. Auch das Handy konnten wir fast durchgehend seit Moab nicht mehr gebrauchen. Kein Netz weit und breit. Die nette Dame vom Office sagte uns aber, das am Ende des Ortes bei der Trading Post die Möglichkeit besteht, ins Netz zu kommen. Das haben wir, nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, auch gleich ausgetestet. Wir haben uns mitten auf den Parkplatz gestellt und Verbindung zur Außenwelt aufgenommen. Wow, es klappte. Aber: nur 1 mail

Denkt denn gar niemand an uns?



Wir hatten heute noch Zeit und so haben wir eine kurze Tour zu den Goosenecks gemacht. Bezaubernd.
Schade, daß man dieses Motiv nur mit dem nötigen Equipment auf Zelluloid gebannt bekommt. Ok, dann werden die Fotos eben angestückelt. Bei den Gossenecks handelt es sich um ein Teilstück des San Juan Rivers, der dort 3 enge Bögen schlägt. Gooseneck heißt Gänsehals. Und genauso gebogen sieht es aus. Wer also auf seiner Route durch Utah noch etwas Zeit hat, sollte dahin unbedingt einen Abstecher machen.



Im Internet hatte ich vor der Abreise immer wieder etwas von einem Moki Dugway gehört. Laut Meldungen sollte er von der 261 abzweigen. Der Weg war auch schnell gefunden. Dachte ich zumindest. Nur leider führte diese unbefestigte, 32 Meilen lange Straße nicht zum besagten Way. Aber das Tal ist es wert, einmal durchgefahren zu werden. Es sah aus, wie die kleine Schwester des Monument Valley.

(Anm. 2014: die unbefestigte Piste war die Strecke durch das Valley of the gods, von dem ich erst nach der Reise erfahren hatte. Wir hatten uns so sehr darauf konzentriert, nicht den Moki Dugway zu verpassen, daß wir nicht ein Foto gemacht hatten. Heute würde ich dazu sagen: völlige Fehlplanung)


Den Sonnenuntergang im Monument Valley haben wir uns stattdessen geschenkt. Es war dann doch schon recht spät und wir mußten ja noch zig Postkarten schreiben.

Mit einem oder zwei Gläschen Wein haben wir uns es im Zimmer gemütlich gemacht, Bericht getippt, Bilder überspielt und Karten geschrieben.

Da wir für morgen früh den Sonnenaufgang im Valley ansehen wollen, wurde der Wecker auf 4:45 Uhr gestellt und ab gings ins Bett.

Gute Nacht

Motel: Kokopelli Inn, Bluff, UT
Gefahrene Meilen: 247



Sonntag, 7. Mai 2006



Ich war noch nie ein Freund davon, morgens in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Aber was tut man nicht alles für ein gelungenes Foto. Also schnell aufstehen, Sachen zusammenpacken und los gehts. Das Office war nicht besetzt also hab ich den Schlüssel durch die Schlüsselklappe geworfen. Ich hoffe nur, daß da nicht nachher noch was kommt. So von wegen riesen Rechnung...



Jetzt mußten wir uns aber sputen. Am Horizont waren schon die ersten blauen Flecken zu sehn. Aber wir haben unser Ziel nach 40 Meilen rechtzeitig erreicht.
Brrr... kalt war es. Aber das war mir bei dem Anblick, der uns geboten wurde, egal. Heute abend werde ich sehn, ob die Fotos auch ohne Stativ etwas geworden sind.



Man kann auch auf einer unbefestigten Straße durch das Tal fahren. Aber da wir heute noch viel vorhaben, fuhren wir nach 30 Fotos weiter Richtung Page über Kayenta. Schnell tanken (2,98$) und nen Kaffee holen und weiter gehts. Sorry, wenn ich immer wieder von Kaffee rede, aber ich bin der Meinung, daß es sich dieses Gebräu unmöglich verdient hat, sich so zu nennen. Null Geruch und Aroma. Es macht nicht einmal richtig wach.

  

Unser 2. Ziel für diesen Tag lag in Page. In diversen Reiseberichten las ich, daß man den Antelope Canyon am besten zur Mittagszeit besucht. Wir hatten es kurz nach 8 Uhr morgens. Bis nach Page waren es knappe 2 Stunden. Hm...



Man könnte sich ja vorher noch schnell den Lake Powell ansehn. Jep, gesagt, getan. Nach einer eher langweiligen Fahrt durch öde Wüstengegend sahen wir irgendwann die weithin sichtbaren Schornsteine einer Fabrik (?) in Page. Da auf keiner Karte der Canyon eingezeichnet ist, dachte ich schon, wir müßten ewig suchen. Aber er lag direkt an der Straße, auf der wir in Page hineinfuhren.

  
                                                              "Bezahlhütte" für den Antelope Canyon


Unser Ziel war der Lower Canyon. Er ist enger und schöner (in meinen Augen).OK, es fehlen die Beames, wenn die Sonne senkrecht über dem Canyon steht, aber dafür sollen da weniger Menschen mit ihren Stativen rumrennen. Dachte ich zumindest
.

Aber erst einmal zum Lake Powell. Ich frage mich, was die Amis an dem See so toll finden. Wahrscheinlich liegt es daran, daß es das einzige große Gewässer weit und breit ist. Deshalb stören sie sich auch nicht daran, daß es dort so gut wie nichts grünes gibt. Hauptsache, sie können ihre teuren Boote zu Wasser lassen.
Der See ist sauber. Der See ist groß. Der See ist von roten und gelben Felsen umgeben, die einst Canyon waren, aber ansonsten...

Jetzt fuhren wir endlich zum Antelope Canyon. Es war schon ziemlich heiß. Wir fuhren immer ohne Klimaanlage, um Sprit zu sparen. Man kann auch mit offenen Fenstern fahren und hat es auch rel. kühl.
Als wir auf den Parkplatz fuhren, standen nur einige wenige Autos da. Gut für uns. Und just in diesem Moment kam ein Bus mit französischen Touristen. Das mußte ja sein, oder ???

  


Da wir höfliche Menschen sind, haben wir ihnen den Vortritt gelassen. In der Zeit bis zu unserem Abstieg hab ich mir noch das Gitarrenspiel des jungen Navajo (?) angehört. 2 oder 3 Lieder konnte er spielen. Aber das ganz ordentlich.
Im Canyon kam es zu einigen Gerangels um die besten Plätze. Da der Canyon sehr schmal ist, mußten wir uns oft verbiegen um durch die engen Spalten zu gelangen. Aber hinter jedem Sandsteinvorsprung gab es neues zu sehn.

   


Es war herrlich. Bei einigen Freizeitfotografen haben wir uns 2 gefragt, wie sie es wohl geschafft haben bis hier hinunter zu kommen. Egal, das soll nicht unser Problem sein. Es sah halt nur lustig aus. Egal, wie man die Kamera gehalten hat und in welche Richtung auch immer, jedes Foto war ein Treffer.

  


Alle, die wir da unten getroffen hatten, waren aber sehr nett und rücksichtsvoll und haben immer gewartet, bis man fertig war mit fotografieren. Und man hatte verdammt viel zu knipsen...
Nach ca.90min sind wir dann am anderen Ende wieder ans Tageslicht geklettert. Ganz schön anstrengend so ein Aufstieg.





Aber jeder Meter war ein Highlight und wir würden diese beiden Canyons jeder Zeit wieder besuchen.  

              
   

An dieser Stelle hab ich mich gefragt, ob es noch eine Steigerung geben kann. Es wird schwer. Aber ich hatte noch eine Überraschung für's Hühnchen und ich wußte, daß es ihr auch diesmal die Sprache verschlagen würde.


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Kurz nach Page kommt ein Abzweig, der zu einer Schleife des Colorado führt. Genannt: Horseshoe Bend. Ich dachte, es ist nicht weit. Aber da uns die Sonne ganz schon den Pelz verbrannt hat, wäre es doch nötig gewesen, eine Flasche Wasser mitzunehmen.



Wie ich es mir gedacht hatte, hat sie der Anblick fast aus den Schuhen gehauen. Wenn man es wörtlich nimmt, kann es hier fatale Folgen haben. Wie vor Tagen schon angemerkt, haben es die Amis nicht so mit der Sicherheit. Also null Geländer weit und breit. Du kannst an den Abgrund gehen, Fotos schießen oder unbemerkt runterspringen. Geht ja nur einige hundert Meter in die Tiefe...



Aber wir hatten keine Angst. Wir haben eher sowas wie.... Ehrfurcht gefühlt. Einfach nur: wow
Das schönste war die Farbe des Flußes. Normal denkt man: Wüstenfluß = dreckig, sandig, braun.... Nichts dergleichen. Er leuchtete in einer wunderbaren grünen Farbe. Dazu der rote Fels... fantastisch. Man hätte hineingreifen können. Auf dem Colorado River waren sehr viele Schnellboote unterwegs. Aber ob sie das gleiche sahen, wie wir? Ich wage es anzuzweifeln.
 
  


 
Langsam wurde es sehr warm auf den Schultern und wir sind zurück zum Auto gelaufen.


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Während der ganzen Fahrt weiter Richtung Flagstaff machte das Auto alle 2-300 Meter wieder dieses seltsame Geräusch. Wie, als wenn der Lüfter im Motor anspringt. Damit verbunden war, daß das Auto an Kraft verlor und abbremste. Ich machte mir wirklich Sorgen. Nach ca. 150 Meilen hab ich die Kühlung im Auto mal angedreht, weil es immer wärmer wurde. Normalerweise fuhren wir immer mit offenen Fenstern.Komisch.Wieso blies er so kalte Luft? Die war ja richtig eisig. Konnte das sein??? Und da fiel mir dieses kleine, gelbe Licht am Drehschalter auf. Wir hatten die Klimaanlage an. Aber der Drehknopf war auf off. Das heißt, sie arbeitete, aber wir haben sie nicht genutzt. Daher kam also das Geräusch. Jetzt brauchten wir uns auch nicht zu wundern, weswegen der Spritverbraucht in letzter Zeit so hoch war.



Unterwegs wechselte die Vegetation von Wüste mit Büscheln zu bergig mit Kiefern. Es wurde auch etwas kühler, so schien mir. Und NEIN, es war nicht die Klimaanlage.

Wir näherten uns unserem heutigen Tagesziel: Flagstaff

Die Stadt befindet sich in einer Höhe von 7000 Fuß, das in etwa 2100m entspricht. Zum Vergleich: der höchste Berg Deutschlands ist ca. 2900m hoch. Und was sieht man dort? Schnee, Fels, Nichts und +/- 5°C im Schnitt

Und hier? Tannenwälder, eine Stadt mit allem Drum und Dran und 25°C. Schon verrückt, oder?

Und wieder das gleiche Spiel wie immer. Motelsuche

Wir hatten uns ganz zu Anfang in Vegas ein Couponheft zugelegt, wo Motels Werbung machten in dem sie Coupons zur Verfügung stellen. So eins haben wir uns ausgeschnibbelt und sind damit zu dem entsprechenden Motel gefahren. Der Typ war dooooof. "Sorry, der Preis gilt nur für eine Nacht und nicht für 4!" Ich sag jetzt nicht, was mir als erstes durch den Kopf ging... Also weiter gings. Wichtig war uns immer der Preis und das wir eine Internetverbindung hatten. Nur 200m weiter befand sich das Budget Inn. Sie hatten I-net und akzeptierten einen Coupon für 4 Nächte. Prima. Nehmen wir.
Da der Tag schon fast zuende war, haben wir nur noch den Wüstenschmutz abgewaschen, mails beantwortet, Bericht geschrieben und unsere Ausgaben notiert.

Das Zimmer war wie bisher alle auf unserer Reise sauber und ordentlich. Wir haben festgestellt, daß die Betten immer höher werden. Mittlerweile liegen wir gute 60cm über dem Boden. Das hat natürlich den Vorteil, daß man morgens leichter aus den Federn kommt. Beine auf den Boden setzen und schon steht man...


Gute Nacht



Motel: Budget Inn, Flagstaff, AZ
Gefahrene Meilen: 302



Montag, 8. Mai 2006                                                                           

                       


Hühnchen wollte unbedingt zum Grand Canyon. Wahrscheinlich, weil er das einzige war, was sie über Amerika schon gehört hatte. Wir also die 76 Meilen immer Richtung Norden. Maaaaaan, war die Strecke öde. Die ganze Zeit gings durch einen mehr oder weniger stark bewachsenen Tannenwald. Und immer nur 65 Meilen/h oder weniger.

(65 Meilen = 104kmh)



Nach knapp 2 Stunden waren wir endlich da. Normalerweise gehen wir immer wie folgt vor: Am Eingang den Nationalparkpass zeigen (50$ (40€) für ein Jahr, aber ich sein clever gewesen und ich haben ersteigert für 9€ bei ebay) und Kartenmaterial in Empfang nehmen, kurze Konversation mit dem Ranger und dann das Visitor Center aufsuchen. Diese Zentren sind immer echt knuffig, toll eingerichtet, bieten alles, was das Herz des Touristen höher schlagen läßt und man bekommt alle Infos, die man so braucht. Z.B. wann die Sonne untergeht und wie warm es ist.

  


Denn für diesen Park hatten wir uns vorgenommen, den Sonnenuntergang zu knipsen.
Aber bis wir das VC gefunden hatten, verging eine lange Zeit, denn es war ziemlich versteckt. Auch war es nicht so schön, wie die anderen.


Also schnell ein paar Karten kaufen und los gehts zu den einzelnen Aussichtspunkten. Man kann im Park auch den Shuttelbus nutzen, aber selber fahren macht mehr Spaß und man kann sich die Zeit besser einteilen. Unser erster Stop war der Mother Point in der Mitte des Parks.



Mein erster Eindruck: ok. Groß. Und tief. Und schlechte Sicht.
Wieder ins Auto und Richtung Westen. Der Punkt,an dem wir dann hielten, hatte im Namen irgendwas mit Lodge. Egal. Die Aussicht war die gleiche: tief, groß und schlechte Sicht.



An diesem Punkt hielt auch die Grand Canyon Rail. Der Zug, der von Flagstaff bis zum Canyon fährt. Sicher nur etwas für Eisenbahnfreaks. Ob ich nun im Auto fahrende die Bäume am Rand und das große Loch am Ende sehe oder per Bahn.... Es gibt eben Dinge, die muß ich nicht haben.
Weiter ging es Richtung Osten bis an gaaaaaaaaanz andere Ende. Aber erstmal sind wir die Ausfahrt verkehrt herum rausgefahren und mußten uns ein Hupkonzert von einem Rangerauto anhören. JAAAA, jaaa ist ja schon gut. Mennooooo... die regen sich vielleicht auf  Nicht mal ne Einbahnstraße darf man hier verkehrt herum fahren.
Auf dem Weg nach Osten zum Grand View Point haben wir vergessen, links abzubiegen. Wir befanden uns somit wieder auf der #64 Richtung Ausgang. Und was macht Schulze? Sie möchte wenden. Fataler Fehler.
Sie hält rechts an und just in diesem Moment kommt von hinten ein Reisebus und zig Autos, die natürlich alle wie verrückt hupen. Das letzte Auto in dieser Schlange hatte plötzlich so komische rote und blaue Lichter angeschalten.


OH JE

Lautsprecher: "Please take the next Chance to stop away from road" oder so.                                                                     
Schlacker, zitter...  Auch Hühnchen wurde ganz still neben mir.

Warum gerät man immer in solche Situationen, wenn man sie am wenigsten braucht? Ist man auf der Suche nach Gesetzeshütern, findet man keine. Braucht man sie nicht, sind sie an jeder Ecke. Oder wie in unserem Fall: direkt hinter uns.

Schnell den Führerschein rausgekramt und den Paß und die nächste Abzweigung rein. Angehalten. Scheibe runter. Hände auf's Lenkrad. (Hühnchen war mittlerweile ein nervöses Wrack). Dabei hatte sie gar nichts zu befürchten. Schließlich mußte ICH uns da raushaun.

Im Rückspiegel sah ich den, was war es? ein Officer?, mit irgendwem über Funk sprechen. Das war gut so, denn in der Zeit konnte ich mir meine wenigen Englischvokabeln neu zurechtlegen. Was heißt nochmal "Sie sind verhaftet und werden den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen" auf englisch?



Dann war der große Augenblick gekommen. Was uns im Endeffekt geholfen hat, war die Tatsache, das Hühnchen die Straßenkarte des Parks in der Hand hielt.

Er kam näher, immer näher und beugte sich dann zu mir runter. Er lächelte und fragte: "What's the Problem?" Und ich in meinem Panikkauderwelschenglisch: "We take the wrong way. I would turn arround" Wow, er hat mich verstanden. Er fragte noch, wo genau wir hinwollen, wie wir dahin kommen und das, wenn wir wieder in der Karte blättern, komplett von der Straße runter müssen. Also nicht einfach rechts anhalten. Er wünschte uns noch einen schönen Tag und war verschwunden.

Fürs große Zittern und ausatmen hatten wir keine Zeit. Das wurde auf später verschoben. Motor anschmeißen, den Schalter auf D und Gaaaaaaaaaaaaaaaaaas. Wir fuhren links rum, er rechts. Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh.... geschafft.               

Man, so ein Sch... will ich nicht nochmal erleben. Aber eins muß man ihm lassen: er war cool

Also sind wir die nächste Straße rechts Richtung Ostausgang abgebogen und haben in aller Ruhe unsere Fahrt mit gelegentlichen Stops fortgesetzt.


Der "Grand View Point" erschien uns als perfekt um den Sunset zu beobachten. Laut Parkranger war er gg. 19:21 Uhr. Fein, es blieb uns also noch genügend Zeit, um ans Ende des Parks zu fahren.



Ich weiß nicht, was es für einen Sinn machte, aber auf dem Weg dorthin wurde gerade kontrolliert der Waldboden abgebrannt. Es sah schon komisch aus, wenn man mitten durch nen Waldbrand fährt. Leider hatte es auch eine unschöne Nebenwirkung: die Sicht im Canyon wurde immer schlechter und diesiger. Ob das was wird mit dem Sunset?

Am östlichsten Punkt, wieso hab ich keine Karte hier, um nach den Namen zu schaun????, war es verdammt windig. Und kalt. Ok, für 3 oder 4 Fotos halten wir es schon aus. Nun aber nichts wie los, es war schon kurz vor 7. Komisch nur, daß die Sonne noch so hoch stand. Wie soll sie das in der kurzen Zeit bis runter schaffen? Aber es scheint hier ja alles ein wenig schneller zu gehn. Denn kaum ist die Sonne unten, wird es dunkel. Schließlich sind wir hier auch näher am Äquator, als in Deutschland.

   

Am Grand View Point machten sich einige Leute schon auf den Weg. Wieso? Die Sonne sollte doch gleich untergehen. Wir uns unsere Knipser und Kameras geschnappt und auf zum Rand Sonne gucken. Sie hatte sich aber leider seit dem letzten Ausguck keinen mm bewegt. Haben wir etwas verpaßt?
Wir saßen also so am Rand des Canyons und beobachteten die Nebelschwaden abwechselnd mit dem Stand der Sonne. Es tat sich weiterhin nichts. Und wir schlackerten uns den A.... ab. 7:20p.m. Null. Die Sonne stand wie festgenagelt am Himmel. Irgendwann sind wir wieder Richtung Auto und haben uns aufgewärmt. Eine Thai, oder war es ne Japanerin haben wir dann nach der Uhrzeit gefragt. Sie antwortete: It's a quarter to seven.

Häääääh???

Wieso viertel vor 7?

Es war doch eine Stunde später...

Ich kapier die Welt nicht mehr: CA und NV -9 Stunden und UT und AZ -8 Stunden. Pacific Time und Mountain Time. Ich war mir zu 100% sicher.

Aber ich habe abend noch einmal gegooglet: AZ hat keine Sommerzeit. Also waren es hier auch -9 Stunden.

UND WIESO SAGT DAS HIER KEINER ??? Mannnnnn, noch länger auf diese blöde Sonne warten


Im Nachhinein sagte ich mir: das hätten wir uns auch klemmen können. Null Verfärbung der Felsen, kein bisschen rot... nur Nebel von den Bränden. Sowas ist wirklich ärgerlich. Aber der GC hat uns eh nicht so gefallen, wie gedacht.

Wie gesagt: großes, tiefes Loch.
Im stockedustern sind wir dann zurück nach Flagstaff zu unserem Motel geschlichen. Wir mußten noch etwas tanken, weil wir das Auto, was den Benzinverbrauch angeht, noch nicht so gut kannten. Also 3 Gallonen gefüttert (3,39$ p.G.) und los gings. Wie gesagt, der Weg führte durch einen Wald. Und das Wild ist nachts ziemlich aufdringlich.

Zurück im Motel haben wir nur noch Bericht geschrieben, Ausgaben notiert und emails beantwortet.

Ein Gläschen Wein noch und

Gute Nacht


Motel: Budget Inn, Flagstaff, AZ
Gefahrene Meilen: 223



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