6. Oktober                                                                                20°C 

 

4:30 Uhr.
Irgendwas mach ich falsch.

Eine Reise zu planen, ist eine Sache, sie dann genauso umsetzen, eine andere. Mittlerweile gehört es ja schon fast zum guten Ton, alles getimte über den Haufen zu werfen.
Zu Beginn meiner Planung war der Besuch der Smithsonian Museen einer der Hauptgründe, nach DC zu fahren und hier 3 Nächte zu bleiben. Und heute:
was interessiert mich mein Geschwätz von neulich? 

Ich will raus aus der Stadt. Raus aus den Staus. Raus aus der Hektik.
Rein ins pralle „oh hier gibt es so viel Geschichtliches zu entdecken“ – Leben. Und dabei interessiert mich es eigentlich kaum, was früher hier gewesen war. Aber ich mag Virginia. Das aufgeräumte Virginia.


Ich hab bisher selten einen Bundesstaat gesehen, der so nice and pretty war, wie dieser hier. Es macht einfach Spaß, sich hinters Lenkrad zu setzen und die Landschaft mit ihren gemähten Rasen an sich vorbeiziehen zu sehen. Und wenn dann noch die Sonne scheint 

 


Eigentlich könnte ich den Text so stehen lassen, denn mehr war heute nicht passiert. Ich fuhr einfach nur 300km durch die Gegend, sammelte Stempel ein und genoß den Tag.

 


Vielleicht sollte man sich mehr so Tage gönnen.
Einfach irgendwann morgens oder mittags aufstehen und Dinge in der Geschwindigkeit tun, worauf man Lust hast.
Ja, was soll ich noch groß dazu sagen? Nicht immer muß ein Urlaubstag mit der Besteigung eines 8000ers oder mit dem Tauchen im Great Barrier Reef gefüllt sein. Manchmal genügt es einfach, dem Leben zuzuschauen.
Today was a great day.

 


7. Oktober                                                                                     18°C        

 

Heute beginnt eigentlich erst meine Tour. Jetzt werde ich jeden Tag an einem anderen Ort sein und ich freue mich darauf. Und natürlich wäre es schön, wenn sich der Herbst hier im Nordosten etwas mehr Mühe geben würde. Es ist Oktober und es gibt noch nicht ein buntes Blatt an den Bäumen.
Aber wenigstens scheint die Sonne.

48 Stunden später.
Heute ist Sonntag, der 9. Oktober und mir fällt partout nicht ein, was ich zum Freitag schreiben soll.
Nothing is happend.
Ich bin morgens aufgestanden, habe auf dem Weg von Camp Springs nach Winchester irgendwo an einem IHOP angehalten und gegen 18 Uhr kam ich mit 10 weiteren Stempeln in meiner Sammlung am Motel an.



Den Shenandoah hab ich sprichwörtlich links rechts liegen lassen, da er vollkommen vernebelt war. Wäre ich den Highline Drive gefahren, hätte ich eh nix gesehen.
So…that’s it.
Langweilig?
Ja, für euch.
Nicht für mich.


Ich bin da, wo ich sein möchte und denke keine Sekunde an Arbeit oder die Firma oder daran, Fotos zu machen.